Debatte über Frauen-Sozialdienst geht weiter

27. Juli 2005, 12:44
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FPÖ fordert erneut freiwilligen Zivildienst für Frauen - Grüne Haidlmayr verweist auf bereits bestehendes soziales Jahr

Eisenstadt - FPÖ-Vizeparteiobmann Norbert Hofer schlägt einen freiwilligen Zivildienst für Frauen in Österreich vor und argumentiert damit, dass viele junge Frauen Interesse daran hätten, ihnen aber dieser im Gegensatz zum Wehrdienst versagt sei.

"Die Situation ist grotesk", so Hofer. "Einerseits klagen wir über zu wenig Personal im Pflegebereich und andererseits gibt es tausende Österreicherinnen, welche sich mit dem Schicksal der Arbeitslosigkeit konfrontiert sehen und keine Chance erhalten, im Rahmen eines freiwilligen Zivildienst eine erstklassige Grundausbildung im Pflegebereich, also in jenem Berufszweig mit dem größten Wachstumspotential, zu erhalten."

"Es gibt bereits das freiwillige soziale Jahr"

Demgegenüber zeigt sich die Zivildienstsprecherin der Grünen, Theresia Haidlmayr, über den Vorschlag von FPÖ-Vizeparteiobmann Hofer überrascht: "Die FPÖ scheint vergessen zu haben, dass es bereits die Möglichkeit eines freiwilligen Sozialen Jahres, sowohl für Männer als auch für Frauen gibt. Um aber mehr Menschen dafür begeistern zu können, müssten die Rahmenbedingungen und die Bezahlung wesentlich geändert werden. So, wie es die Grünen bereits in der Zivildienstreformkommission in ihrem Konzept gefordert haben".

Haidlmayr erinnert noch einmal daran, dass mit der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht auch der Zivildienst abgeschafft würde. "Deshalb ist es seit langem schon ein Gebot der Stunde, den freiwilligen Sozialdienst entsprechend zu attraktivieren, um das Vakuum, das jetzt durch die Zivildienstleistenden gefüllt wird, nach Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht füllen zu können", so Haidlmayr abschließend.

Darabos dagegen

Ebenfalls dagegen ist SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos, den Zivildienst für Frauen zu öffnen. "Frauen dürfen nicht als billige Lückenbüßer für das Sozial- und Pflegewesen herangezogen werden", so Darabos. Dies würde ein Lohndumping auslösen, das sich auf alle Beschäftigten im Sozial- und Pflegebereich negativ auswirken würde. (red)

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