Passant stellte Bankräuber

28. Juli 2005, 14:11
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Fußgänger verfolgte Räuber unbeobachtet und informierte Polizei - Rückfälliger Bankräuber gestand weitere Überfälle

Wien - Am Mittwochvormittag wurde die Filiale der Volksbank auf der Mariahilfer Straße 27 überfallen. Der Mann flüchtete zu Fuß.

Auf der Flucht überholte der Räuber einen Passanten, der auf dem Weg zur Arbeit war. Der 41-Jährige wunderte sich bei den sommerlichen Temperaturen über das winterliche Outfit des Mannes. Mit der notwendigen Distanz verfolgte er den Verdächtigen bis zur Laimgrubengasse, wo dieser dann in einem Hauseingang seine "Wintermontur" auszog.

Der Zeuge verständigte unterwegs berreits die Polizei, und erkundigte sich, ob irgendwo ein Überfall stattgefunden habe. Ab da informierte der Angestellte die Exekutive laufend über seinen Aufenthalt.

Taxi

An einer Kreuzung wollte der Räuber in ein Taxi einsteigen, schilderte ein Beamter. Der Zeuge reagierte blitzschnell und rief dem Lenker zu: "Anhalten! Räuber!" Daraufhin sprang der Verdächtige aus dem Fahrzeug und wurde nach einer kurzen Flucht festgenommen. Der gesamte Geldbetrag und eine Softgun wurden sichergestellt.

Rückfällig

Der Festgenommene, einen 37-jähriger Wiener ist den Ermittlern bekannt. Er war mit einem Komplizen für eine Raubserie vor elf Jahren verantwortlich. Auch der Mittäter wurde bereits rückfällig: Er sitzt nach einem Überfall 2001 auf eine BAWAG in Hernals eine Haftstrafe ab.

Weitere Überfälle zugegeben

Der Festgenommene gab gegenüber der Exekutive zu, für die Überfälle am 20. Juni auf eine BA-CA in der Thaliastraße in Ottakring und am 23. Juni auf eine Erste in der Lainzer Straße verantwortlich zu sein. Getarnt war er damals mit einer Skibrille bzw. Clownmaske, gestern war er als alter Mann verkleidet.

Fluchtfahrrad wurde gestohlen

Nach den ersten beiden Überfällen suchte er mit einem Fahrrad das Weite. Beim letzten Coup konnte er dieses Fahrzeug nicht mehr benutzen: Er hatte es nach dem Erste-Raub auf der Flucht abgestellt und angekettet und als er es zwei Wochen später holen wollte, war es gestohlen. "Er verzichtete auf eine Anzeige", so Scherz.

Anwaltskosten

Als Motiv gab der Mann Bankschulden und Anwaltskosten an. Diese waren nach einem von ihm verübten Autoeinbruch im vergangenen Jahr entstanden.(APA)

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