Pixel auf Papier: Gute Qualität auch zum Billigpreis

27. Oktober 2005, 12:14
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"Konsument" testet digitale Fotoausarbeitung - Qualität im Standardformat fast überall gut

Jetzt haben Fotoentwickler Hochsaison: Rund die Hälfte aller Aufnahmen, ob herkömmlich-analog oder modern-digital, wird im Urlaub geschossen. Viele Hobbyfotografen, die mit Digicam verreisen, wollen aber doch "richtige" Bilder zum in die Hand Nehmen. Die Profi-Ausarbeitung von digitalen Fotos daher legt zu - mit guten Ergebnissen auch bei Billig-Anbietern, hat das Testmagazin "Konsument" erhoben.

Preise

Die Preise für die Entwicklung von herkömmlichen Kleinbildfilmen und digitalem Print näheren sich einander an, berichten die Verbraucherschützer. Im Vergleich zum Ausdruck auf dem eigenen Computer könne die Profi-Ausarbeitung Zeit und Kosten sparen. Gute Ergebnisse lieferten auch Billig-Anbieter.

160 Millionen Aufnahmen

Heuer werde ein Wachstum von fast 60 Prozent im Bereich der Fotoausarbeitung bei digitalen Bildern erwartet: Etwa 160 Millionen Aufnahmen werden in der einen oder anderen Form den Weg aufs Papier finden. Denn meist seien nur die "digitalen Einsteiger" mit dem Betrachten auf dem PC-Monitor oder dem TV-Schirm zufrieden. Spätestens nach einem Jahr praktizierter Digitalfotografie wollen viele Anwender Markterhebungen zufolge dann doch "etwas Richtiges" in der Hand haben.

Professionelle Ausarbeitung

Der "durchschnittliche" Digitalfotograf bestellte im Jahr 2004 laut "Konsument" 70 Aufnahmen pro Auftrag in einem der großen Labors. Der "typische" Analogfotograf begnügte sich mit nur 28 Abzügen. In Summe drücken die heimischen Digitalknipser demnach mit 300 Millionen Mal jährlich drei Mal so oft auf den Auslöser wie ihre analogen Hobbyfreunde. Über die Möglichkeit der professionellen Ausarbeitung über Internet und Handel weiß bisher allerdings nur jeder zweite Bescheid.

Test

Die Konsument-Tester ließen die Bilder - auf CD gebrannt - bei Foto-Handelsketten, Lebensmittel- und Drogeriediskontern, Foto-Fachgeschäften sowie bei einem Internet-Anbieter in den Formaten 10 x 15 und 20 x 30 ausarbeiten. Fazit der Experten: Die Bildqualität im Standard-Format ist durchwegs gut und muss nicht teuer sein.

Ein Drittel überzeugt mit "sehr guter" Bildqualität im Format 10 x 15, die restlichen Anbieter liefern "gute" Ergebnisse. Tendenziell um eine Stufe schlechter bewerten die "Konsument"-Tester die Fotos im Format 20 x 30.

Preis und Qualität

Keinen Zusammenhang stellt das Testmagazin dagegen zwischen Preis und Qualität fest. "Erfreulich für die Brieftaschen der Hobby-Fotografen: Gute Ergebnisse sind auch zum Billigpreis möglich", erläutert Franz Floss, Bereichsleiter Untersuchungen beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), das Ergebnis.

15 Cent

Günstigster Anbieter des Standard-Formats während des Testzeitraums war "Saturn" - ein Abzug in "sehr guter" Bildqualität kostete 15 Cent. Die komplette Fotoausarbeitung war bei "Foto Fayer" am billigsten und ging - wie bei vielen Kleinlabors ums Eck - auch ziemlich schnell. In der Regel deutlich teurer kommt dagegen der Ausdruck auf dem eigenen PC-Drucker daheim.

Printstationen

Während die meisten Händler die gebrannte CD an ein Labor einsenden oder im eigenen selbst ausarbeiten, muss man bei "Niedermeyer" und "Digitalstore Vienna" selbst Hand anlegen. Die Bildausarbeitung erfolgt an Printstationen, was den "Konsument"-Testern zumindest im Standard-Modus recht gut gelang. Schwachpunkte: Keine Möglichkeit zum Ausarbeiten von Fotos im Format 20 x 30 und keine Hinweise auf Zusatzkosten. Allerdings: Die Preisauszeichnung ist bei vielen Ausarbeitern mangelhaft.

Bedingt durch die vom Kleinbildformat abweichenden Chip-Größen ergeben sich Unterschiede im Aufnahme- und Ausgabeformat: Papierformate orientieren sich noch immer an herkömmlichen Kleinbildfilmen, was bei verschiedenen Ausarbeitern zu unterschiedlichen Ergebnissen führt: Wird das ganze Papier belichtet (= Fill In), gehen über den Papierrand hinausgehende Motivanteile verloren. Gelangt alles aufs Papier (= Fit In), bleiben zwangsläufig weiße Ränder, die einige Anbieter einfach wegschneiden - was wiederum zu von 10 x 15 abweichenden Papier-Endformaten führt.(Apa/red)

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    bild: standard /hp
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