Einer der Attentäter wurde im Gefängnis Islamist

28. Juli 2005, 18:38
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Hohe Haftsstrafen nach Raubüberfällen und Messerbesitz

London - Einer der mutmaßlichen Londoner Attentäter der vergangenen Woche ist nach Informationen der britischen Presse wegen Raubüberfalls mehrere Jahre in Haft gesessen und ist erst dort zum Extremisten geworden. Frühere Bekannte des Verdächtigen, Muktar Said Ibrahim alias Muktar Mohammed Said, beschrieben den 27-Jährigen als jugendlichen Raufbold, der schon früh anfing, gemeinsam mit seiner Gang Leute auf der Straße mit dem Messer zu bedrohen und auszurauben.

Wegen einer Serie von Raubüberfällen seien er und vier weitere Gangmitglieder 1996 verurteilt worden; weil er mit fünf Jahren Haft wegen Messerbesitzes die höchste Strafe erhalten habe, sei er völlig verbittert.

Während seiner Zeit im Jugendstrafvollzug habe sich Ibrahim dem radikalen Islam zugewandt; in der Moschee von Finsbury Park im Norden Londons sei er weiter indoktriniert worden. Den Zeitungsberichten zufolge zog er vor zwei Jahren gemeinsam mit dem zweiten mutmaßlichen Attentäter Yasin Hassan Omar in die mit staatlichen Hilfen bezahlte Wohnung im Norden Londons, in der sie später die Bomben für die fehlgeschlagenen Anschläge vom 21. Juli gebastelt haben sollen. Trotz seiner Vorstrafe habe Ibrahim, der mit 14 Jahren aus Eritrea nach Großbritannien gekommen war, im vergangenen Jahr die britische Staatsbürgerschaft erhalten. Eine Nachbarin erinnerte sich gegenüber "Daily Mail" an ein Gespräch mit ihm vom vergangenen November: "Er sagte mir, wenn er Allah preist, dann werden ihn im Himmel 80 Jungfrauen erwarten".

Die Polizei hatte den 27-Jährigen als den Attentäter identifiziert, der vergangenen Donnerstag versucht hatte, einen Bus der Linie 26 in die Luft zu sprengen. Bei den Anschlägen auf den Bus und drei U-Bahnlinien kam niemand zu Schaden, da die Sprengsätze nicht richtig auslösten. Bei einer ähnlichen Anschlagsserie zwei Wochen vorher starben 56 Menschen. (APA)

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