Polizei: Attentäter von seinem eigenen Vater angezeigt

28. Juli 2005, 19:44
70 Postings

Britische Moslems beteiligen sich aktiv im Kampf gegen den Terror

London - Einer der mutmaßlichen Londoner Attentäter der vergangenen Woche ist nach Angaben von Polizeichef Ian Blair von seinem eigenen Vater angezeigt worden. Dieser habe sich bei Scotland Yard gemeldet und gesagt: "Hier ist der Name, das ist mein Sohn", berichtete Blair am Dienstagabend im britischen Fernsehen. Dies zu tun, sei für einen Vater "mutig und furchtbar", sagte Blair weiter.

Nach seinen Angaben kommt Scotland Yard mit den Ermittlungen zu den fehlgeschlagenen Anschlägen am vergangenen Donnerstag erstaunlich rasch voran. Dabei erhielten die Ermittler von allen Seiten große Unterstützung. Blair lobte insbesondere den Sinneswandel bei den in Großbritannien lebenden Moslems: Vor dem 7. Juli, der ersten blutigen Anschlagsserie mit 56 Toten, hätten viele die terroristische Bedrohung bestritten. Nach den Anschlägen seien sie zunächst geschockt gewesen. Inzwischen aber würden sie sich aktiv am Kampf gegen den Terrorismus beteiligen.

Gegenüber dem Fernsehsender Channel Four sprach sich der Chef von Scotland Yard dafür aus, Terrorverdächtige länger als bisher in Polizeigewahrsam nehmen zu dürfen. Die bisherige 14-tägige Frist sei zu kurz für die aufwändigen Ermittlungen, betonte Blair. Er verlangte, die Frist auf maximal drei Monate zu verlängern. Die britische Regierung arbeitet zurzeit an neuen Antiterror-Gesetzen, bei denen es auch um größere Vollmachten der Polizei bei der Inhaftierung von Verdächtigen gehen soll. Auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz unterstützte Premierminister Tony Blair am Dienstag einen solchen Schritt.(APA)

Share if you care.