Rogan nach Platz sieben ratlos

27. Juli 2005, 14:04
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Im Finale über 100 m Rücken war der Wiener chancenlos und wurde Vorletzter - Gold ging wenig überraschend
an Aaron Peirsol

Montreal - Markus Rogan hatte sich für sein drittes WM-Finale über 100 m Rücken mehr vorgenommen als nur Rang sieben, in 54,81 Sekunden blieb der 23-Jährige am Dienstag (Ortszeit) in Montreal auch mit der Zeit hinter seinen Erwartungen. US-Titelverteidiger und Weltrekordler Aaron Peirsol feierte in 53,62 einen sicheren Sieg, sein Landsmann Randall Bal (54,02) und der Ungar Laszlo Cseh (54,27) kamen auf die Plätze.

Nach dem Anschlag schlug Rogan mit der rechten Hand verärgert ins Wasser. Was da an der Anzeigentafel stand, gefiel ihm gar nicht. "Die anderen waren heute stark und ich weniger", erklärte er in einer ersten Reaktion. "Aber das war ja langsamer als im Semifinale, obwohl ich diesmal besser vorbereitet war. Das verstehe ich nicht und das ärgert mich."

"Es ging eben nicht schneller"

Als der SV-Schwechat-Star nach 50 Metern nur an siebenter Stelle gelegen war, hatte man sich noch keine Gedanken zu machen. Im Olympia-Finale war er ja sogar vom achten Rang aus noch zu Silber geprescht. "Ich hab' mir auch hier gedacht, dass nach 75 Metern noch der Turbo kommt. Es hätte schon schneller sein sollen. Okay, es ging eben nicht schneller, aber wenn man im Finale schwimmt, macht es halt keinen Spaß, Siebenter zu werden."

Am ganzen Ablauf seines Rennens hatte der Europameister etwas zu bekritteln, vom Anfang bis zum Ende. "Der Start war nicht perfekt und das Auftauchen war nicht perfekt. Die ersten 25 waren schlecht, die Wende war schlecht und der Anschlag war auch schlecht. Gut war nur die Ausdauer." Das ist freilich eine für die 200 m Rücken am Donnerstag/Freitag nicht unwesentliche Komponente.

"1,2 Sekunden sind zu viel"

"Meine Form passt ja. Und ich hoffe, dass das, was mir an Schnelligkeit fehlt, ich mehr an Ausdauer habe." Nur der Rückstand auf Peirsol bereitete Rogan mehr Kopfzerbrechen als ihm lieb war. Der US-Amerikaner ist ja im Grunde über die doppelte Distanz noch viel mehr zu favorisieren. Rogan: "Wenn ich nur ein bisschen schwächer als Aaron gewesen wäre, wäre das ja in Ordnung. Aber 1,2 Sekunden sind zu viel."

Der Kurzbahn-Europarekordler hat jetzt auf seiner Parade-Strecke mehr Druck als er ihn sich ohnehin schon gemacht hatte, und das weiß er auch. Rogan hat ja stets gesagt, enttäuscht zu sein, wenn es zu keiner Medaille reicht. Es wird interessant, wie der erfolgsverwöhnte OSV-Star auf diese für ihn ungewohnte Situation reagiert. Michael Phelps hat es nach seinem Desaster über 400 m Kraul vorgezeigt, indem er Gold über 200 m Kraul folgen ließ.(APA)

Finale - 100 m Rücken: 1. Aaron Peirsol (USA) 53,62 Sekunden - 2. Randall Bal (USA) 54,02 - 3. Laszlo Cseh (HUN) 54,27 - 4. Tomomi Morita (JPN) 54,31 - 5. Arkadij Wjatschanin (RUS) 54,50 - 6. Aristeidis Grigoriadis (GRE) 54,61 - 7. Markus Rogan (AUT) 54,81 - 8. Blaz Medvesek (SLO) 55,13

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    Rogan bei der Wende.

  • Randall Bal, Aaron Peirsol und Laszlo Cseh.

    Randall Bal, Aaron Peirsol und Laszlo Cseh.

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    Der Blick auf die Zeit erfreut nicht.

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