US-Bericht: Palästinenser können Gaza-Streifen nicht sichern

29. Juli 2005, 10:38
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"Unzureichend bewaffnet und von Rivalität und Bestechlichkeit durchsetzt"

Jerusalem - Die palästinensischen Sicherheitskräfte sind nach einem am Dienstag veröffentlichten Bericht eines US-Instituts möglicherweise nicht in der Lage, nach dem Abzug Israels die Sicherheit im Gaza-Streifen zu garantieren.

Der im Auftrag des US-Sicherheitskoordinators in der Region, Generalleutnant William Ward, erarbeitete Studie zufolge, sind die palästinensischen Sicherheitskräfte überbesetzt, unzureichend bewaffnet und von Rivalität und Bestechlichkeit durchsetzt. Ward soll den Palästinensern im Auftrag der US-Regierung helfen, ihre Sicherheitsdienste zu reformieren. In dem Bericht der "Strategic Assessment Initiative" wurde auch auf die Notwendigkeit internationaler Unterstützung bei diesem Vorhaben hingewiesen.

Sicherheitskräfte "fehlt es an Kapazität und Fähigkeit, wesentliche Funktionen auszuüben"

Den Sicherheitskräfte "fehlt es an Kapazität und Fähigkeit, wesentliche Funktionen auszuüben", hieß es in den Schlussfolgerungen der Studie. Es sei wahrscheinlich, dass die Palästinenser Schwierigkeiten haben werden, nach dem für Mitte August geplanten Abzug der rund 8000 israelischen Siedler die Region zu kontrollieren. Einer der größten Gefahren sei, dass militante Gruppen wie der Islamische Jihad und die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden versuchten, israelische Soldaten anzugreifen. Der Bericht kritisierte zugleich auch Israel, weil es mit seinen Militäroperationen in den palästinensischen Gebieten die Effektivität der dortigen Sicherheitskräfte untergraben habe.

Trotz der pessimistischen Aussichten, treiben Israel und die Palästinenser die Vorbereitungen für den Abzug weiter voran. Der Befehlshaber der palästinensischen Sicherheitskräfte im südlichen Gaza-Streifen, Brigadegeneral Jamal Kayed, sagte, rund 7000 Polizisten und paramilitärische Kräfte würden eingesetzt, um Gewaltausbrüche in den geräumten Siedlungen zu verhindern. "Wir sind bereit, egal ob sie (die Israelis) sich mit uns abstimmen oder nicht. Wir nehmen unser Land zurück", sagte Kayed der Nachrichtenagentur Reuters. Seinen Angaben nach soll während des Abzugs ein gemeinsames Koordinationsbüro von Palästinensern und Israelis eingerichtet werden. Der US-Bericht bezeichnete eine enge Koordination als besten Weg, um einen reibungslosen Machtwechsel zu vollziehen. (APA/Reuters)

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