"Tristan" gelaufen: Bravos und Buhs

26. Juli 2005, 19:38
5 Postings

Erstere galten den SängerInnen, letztere Regisseur Christoph Marthaler und dem Bühnenbild

Bayreuth - Mit Ovationen für die Sänger und lautstarkem Protest gegen die Regie hat das Premierenpublikum am Montagabend in Bayreuth die Neuinszenierung von "Tristan und Isolde" bei den Richard -Wagner-Festspielen aufgenommen. Einen besonderen Triumph feierte die schwedische Sopranistin Nina Stemme der Rolle der Isolde.

Der japanische Dirigent Eiji Oue erntete für eine konzentrierte und transparente Darbietung mit dem Festspielorchester freundlichen Beifall. Dagegen hallten Pfiffe und Buhrufe durch das Festspielhaus, als Regisseur Christoph Marthaler und Bühnenbildnerin Anna Viebrock vor den Vorhang traten.

Als ein "simultanes Übereinander von Räumen und Gedanken", erzeugt durch die Aufhebung der Zeitgesetze, hatte Marthaler seine Interpretation des Wagnerschen Liebesdramas angekündigt. Folgerichtig wächst das Bühnenbild, Jahresringen gleich, von Akt zu Akt nach oben. Der geschlossene, beklemmende Raum ist gleichermaßen Schiff, Ort nächtlicher Ekstase und Krankenlager des siechen Tristan. Er wird einmal gleißend, dann wieder fahl oder flackernd von Leuchtstoffröhren erhellt. Das Licht, von Tristan verflucht, ist zentrales Element dieser Inszenierung. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Robert Dean Smith und Nina Stemme

Share if you care.