"Porno-Affäre": Uschi Glas verliert vor Berliner Landesgericht

31. Juli 2005, 22:03
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Persönlichkeitsrechte seien durch Verwendung ihrer Daten durch die Polizei nicht verletzt worden

Berlin - Die Schauspielerin Uschi Glas ist am Dienstag mit einer Klage gegen die Berliner Polizei gescheitert. Sie hatte 20.000 Euro Schmerzensgeld verlangt, weil die Polizei ihre Daten bei Ermittlungen gegen einen Internet-Pornoanbieter verwendet hatte.

Glas hatte der Zeitschrift "Schweizer Illustrierte" für eine Prominenten-Story ihren Ausweis zur Verfügung gestellt. Ein Berliner Polizist kam durch Zufall an den Artikel, kopierte den Ausweis und benutzte die Daten, um herauszufinden, ob sich Jugendliche mit Daten von Erwachsenen ungehindert auf Pornoseiten einloggen können.

"An ihr bleibt nichts hängen"

Der Polizist schilderte seine Methode in einem Berliner Strafverfahren. Die Presse berichtete darüber und brachte damit letztendlich die Klage von Uschi Glas ins Rollen.

Das Landgericht Berlin sah im Vorgehen des Polizisten keine schwere Persönlichkeitsverletzung. In Medienberichten über den Fall werde eindeutig klar, dass Frau Glas nicht selbst auf Sex-Seiten gesurft sei, an ihr bleibe nichts hängen, sagte die Richterin.

Glas blieb daheim

Glas' Rechtsanwalt erklärte, Prominente seien kein Freiwild, mit deren Daten man machen könne, was man wolle. Er wird voraussichtlich Berufung einlegen. Glas selbst war nicht vor Gericht erschienen.

Vor wenigen Wochen hatte Glas vor Gericht in Berlin bereits eine Niederlage erlitten. Im Streit um eine von ihr vermarktete Hautcreme entschied das Landgericht, die Stiftung Warentest dürfe das Mittel weiterhin als "mangelhaft" einstufen. (APA/dpa)

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    Uschi Glas

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