"Verlass mich nicht!" - "Ich bin bei dir."

26. Juli 2005, 15:15
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Wie werde ich zum Darsteller meiner eigenen Biografie? Das Künstlerehepaar Milli Bitterli und Frans Poelstra inszeniert - jeder für sich - ironisch verfremdete Selbstzeugnisse.

Jacques Brels Chanson "Ne me quitte pas" ertönt in verschiedenen Sprachen am Ende von Was bleibt von mir? Teil 3, einem Gemeinschaftsprojekt der Choreografin Milli Bitterli mit Jack Hauser, Kroot Juurak und Sabile Rasiti. Das "mir" im Titel steht für Bitterli selbst. In zwei Videoprojektionen ist sie als Jugendliche und als Erwachsene zu sehen, die vor ihren Verwandten und Freunden tanzt. Im szenischen Raum lässt sich Bitterli von der Performerin Juurak und der Tänzerin Rasiti "vertreten". Was bleibt also von ihr, wenn sie in zwei anderen aufgeht und ihre Emotionen mittels Choreografie und performativen Gestus abstrahiert werden? Vielleicht eine Erinnerung, die uns nicht mehr verlässt?

Der Niederländer Frans Poelstra ist der Zauberer des zeitgenössischen Tanzes. In seinen Performances verführt er das Publikum stets zum Staunen und zum Lachen. Bei ImPulsTanz ist er nun an einem Doppelabend unter dem Titel Ich bin bei Dir gemeinsam mit seinem Dramaturgen und Kollegen Robert Steijn zu sehen. Helena - a family story with video ist eine Hommage an Poelstras Mutter. (haitz) (DER STANDARD, Printausgabe, 26.07.2005)

"Ich bin bei dir" im Kasino/Schwarzenbergplatz am 2. 8., 21.00
"Was bleibt von mir" im Schauspielhaus, 14. 8., 19.00
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