US-Regierungsbericht: Aufständische unterwandern Polizei im Irak

29. Juli 2005, 18:20
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Aufnahmeanträge sollen so streng als möglich geprüft werden - Auch am Dienstag neue Angriffe auf irakische Sicherheitskräfte: Vier Tote

Washington/Kairo/Hilla/Bakuba/Kirkuk - Im Irak haben Aufständische nach einem US-Regierungsbericht die neu gebildeten Polizeikräfte unterwandert. Deshalb sei eine strengst mögliche Nachprüfung aller Aufnahmeanträge notwendig, heißt es in einem am Montag in Washington veröffentlichten Bericht der internen Revision des Außenministeriums und Pentagons. Als Konsequenz müsse auch das irakische Innenministerium enger in den Auswahlprozess einbezogen werden.

Ausbildungsqualität

Angesichts von 1600 getöteten Polizisten stellt der US-Bericht auch die Qualität der Ausbildung von irakischen Sicherheitskräften in Frage. Es herrsche der Eindruck, dass die Ausbildungsprogramme "Kanonenfutter" produziert hätten und sich die so genannten Polizisten nicht selbst verteidigen könnten, heißt es weiter. Aus Angst vor Attentaten von Extremisten halten einige Beamte im Irak sogar vor ihren Nachbarn geheim, dass sie für die Polizei arbeiten.

Bereits in der vergangenen Woche kam eine Untersuchung des Pentagons zu dem Schluss, dass nur eine kleine Zahl der irakischen Sicherheitskräfte Militäroperationen ohne Hilfe der von den USA geführten Koalition ausführen können.

Vier Tote bei Angriffen auf irakische Sicherheitskräfte

Bei zwei Angriffen auf Angehörige der irakischen Sicherheitskräfte sind am Dienstagabend vier Menschen getötet worden. In der nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Bakuba (Baakuba) wurde außerdem ein ehemaliger Funktionär der Schiiten-Organisation des Predigers Moktada al Sadr von Unbekannten in seinem Fahrzeug erschossen. Saad al-Abadi war zudem ein ehemaliges Mitglied der Schiiten-Miliz Mahdi-Armee.

Auf der Straße von Hilla nach Bagdad schlugen zwei Mörsergranaten an einem Kontrollpunkt der Polizei ein. Drei Polizisten starben, fünf weitere wurden verletzt. Nördlich von Kirkuk explodierte nach Armeeangaben ein Sprengsatz neben einem irakischen Militärfahrzeug. Ein Soldat starb, vier weitere wurden verletzt. (APA/dpa/AP)

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