2000 Gaza-Abzugsgegner umgingen israelische Militärkontrollen

27. Juli 2005, 22:58
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Siedlersympathisanten in Gush Katif verschanzt

Tel Aviv - Vor dem geplanten Abzug Israels aus dem Gazastreifen sind nach israelischen Armeeangaben bisher 2000 Gegner der Räumung in den jüdischen Siedlungsblock Gush Katif gelangt. Die Demonstranten hätten sich in Autos der Siedler versteckt oder die Kontrollen umgangen, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz" in ihrer Dienstag-Ausgabe. Im Gaza-Streifen leben etwa 8000 israelische Siedler, deren Umzug nach Israel am 17. August beginnen soll. Radikale Gegner des Abzugsplans von Ministerpräsident Ariel Sharon haben gewaltsamen Widerstand gegen die Räumung angekündigt.

Die israelische Militärführung will den Abzug beschleunigen, um weitere Zusammenstöße mit Siedlern und Abzugsgegnern oder mit radikalen Palästinensern zu vermeiden. Nach Einschätzung des zuständigen Militärbefehlshabers General Dan Harel ließe sich die Räumung in drei statt - wie bisher geplant - sechs Wochen bewerkstelligen. Zur ordnungsmäßigen Abwicklung wird Israel 60.000 Soldaten und Polizisten einsetzen. Die palästinensischen Sicherheitskräfte, rund 5000 Mann, sollen Angriffe radikaler Palästinenser während der Räumung des Gaza-Streifens unterbinden.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte am Samstag in Ramallah der palästinensischen Führung zugesichert, dass der Gaza-Streifen nicht vom Westjordanland abgeschnitten werden dürfe. Sie unterstrich auch die Verpflichtung der USA, für die Beendigung der israelischen Siedleraktivitäten Sorge zu tragen. Nach ihren Gesprächen mit Sharon am Freitag hatte sie betont, dass US-Präsident George W. Bush den Rückzug Israels aus dem Gaza-Streifen als wichtigen Schritt bei der Rückkehr zum internationalen Friedens-Fahrplan betrachte. Der "Roadmap" genannte Plan des Nahost-"Quartetts" (USA, UNO, EU, Russland) sieht einen unabhängigen palästinensischen Staat im Westjordanland und Gaza-Streifen vor. Nach den Vorstellungen Sharons soll Israel allerdings große Teile des Westjordanlandes annektieren, was im Widerspruch zur Roadmap steht. (APA/dpa)

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