Start mit Ausnahmeregelung?

26. Juli 2005, 16:53
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Startrisiken bleiben bis zuletzt eine mögliche Schlechtwetterfront sowie die Gefahr eines Sensorendefekts

Cape Canaveral/Washington - Zweieinhalb Jahre nach dem tödlichen Unglück der US-Raumfähre "Columbia" wird am Dienstag erstmals wieder ein Space-Shuttle vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida starten. Die Raumfähre "Discovery" soll um 10.39 Uhr Ortszeit (16.39 Uhr MESZ) abheben. Es ist die gleiche Startzeit wie die der später am 1. Februar 2003 verunglückten "Columbia". Alle sieben Astronauten an Bord kamen damals ums Leben.

Startrisiken bleiben bis zuletzt eine heraufziehende Schlechtwetterfront sowie die Gefahr eines Sensorendefekts am Außentank.

Ausnahmeregelung

Die siebenköpfige Besatzung unter Kommandantin Eileen Collins (48) wird bereits kurz nach Mitternacht (Ortszeit) geweckt. Nach dem Frühstück, dem obligatorischen Pressefoto sowie dem Anlegen der Raumanzüge wird die Besatzung knapp vier Stunden vor dem Start von der Unterkunft zur Raumfähre gefahren. Collins und Pilot Jim Kelly haben nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA seit Freitag in einem Trainings-Shuttle das Andocken an der internationalen Raumstation ISS sowie die spätere Landung nach der Rückkehr geübt.

Nach dem Betanken des knapp 50 Meter hohen Außentanks mit 1,9 Millionen Litern flüssigem Wasser- und Sauerstoff wird erst wenige Stunden vor dem Start feststehen, ob der Defekt an einem der vier Sensoren am Außentank behoben wurde. Sollte der selbe Sensor wieder falsch anzeigen, will die NASA mit einer Ausnahmeregelung starten. Das Problem mit dem Sensor führte am 13. Juli zum Abbruch aller Startvorbereitungen.

Sollte die "Discovery" wie vorgesehen starten, dann beschleunigt sie innerhalb von nur acht Minuten auf eine Geschwindigkeit von mehr als 27.000 Stundenkilometer. Am Donnerstag um 13.18 Uhr MESZ soll die Raumfähre dann an der mehr als 350 Kilometer über der Erde kreisenden Raumstation ISS andocken. Die Landung in Cape Canaveral ist für den 7. August um 11.46 Uhr MESZ geplant.

Wichtigste Aufgabe während des zwölftägigen Einsatzes ist nach Angaben der NASA, das Shuttle auf mögliche Defekte im Weltall zu untersuchen und neue Technologien für die Reparatur von Hitzekacheln auszuprobieren. Erst die dritte Aufgabe ist die Versorgung der ISS mit Wasser. Insgesamt sind drei Spaziergänge im Weltall vorgesehen, die jeweils länger als sechs Stunden dauern sollen. (APA/dpa)

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