Weitere Ermittlungen wegen Verschleppung durch CIA

30. Juli 2005, 20:59
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Italiener sollen bei Aktion gegen Imam geholfen haben

Rom - Die italienische Justiz weitet ihre Ermittlungen wegen der angeblichen Verschleppung eines islamischen Geistlichen durch US-Geheimdienstagenten weiter aus. Untersuchungsrichter in Mailand forderten für weitere sechs Verdächtige Polizeigewahrsam. Sie stünden im Verdacht, bei der umstrittenen Operation im Februar 2003 logistische Hilfe geleistet zu haben, teilten die Behörden in Mailand am Montagabend mit.

Unter den Verdächtigen seien auch Italiener, hieß es. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Die Mailänder Justiz hatte bereits vor Wochen gegen 13 CIA-Beamte wegen des Verdachts der Entführung des Imams Haftbefehl erlassen.

Bisherigen Ermittlungen zufolge sollen die CIA-Agenten den Imam namens Abu Omar, gegen den die Mailänder Staatsanwaltschaft wegen Terrorismus ermittelte, seinerzeit von Italien über den Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz zum Verhör nach Ägypten verschleppt haben. Dort soll er gefoltert worden sein.

Der Fall führte zu Spannungen zwischen Rom und Washington: Ministerpräsident Silvio Berlusconi bestellte kürzlich den US-Botschafter in Rom ein und forderte die amerikanische Regierung auf, die Souveränität Italiens zu respektieren.

Rom streitet ab, die US-Militärs hätten die zuständigen italienischen Stellen vor der Aktion zuvor informiert. Auch die deutschen Behörden kündigten kürzlich an, in der Sache aktiv zu werden. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken wolle ein Rechtshilfeersuchen an Mailand richten, weil der Iman über den US- Militärstützpunkt Ramstein nach Ägypten verschleppt worden sein soll. (APA/dpa)

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