"Heaven Gay Night" und Salzburger Nockerln

31. Juli 2005, 22:02
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Ein halbrunder Geburtstag neben Society-Begleitlärm

15 Jahre ohne abzukühlen Normalerweise leben Clubs eine Saison. Dann sind sie alt. Weil die Karawane des Nachtlebens weiterzieht - zum Schein: Dass in Wien seit Jahren immer dieselben Akteure an immer den gleichen Orten mit immer dem gleichen Konzept - aber unter anderen Namen - antreten und behaupten, das Rad neu erfunden zu haben, ist offensichtlich. Komischerweise funktioniert das trotzdem. Wenn da also ein Club nicht bloß ein, zwei oder drei Jahre, sondern gleich 15 Lenze durchhält, ohne ranzig zu riechen, ist das außergewöhnlich: Vergangene Woche feierte die "Heaven Gay Night" - Wiens deklariert schwuler House-Club - ebenjenen halbrunden Geburtstag. Und "Clubmama" Miss Candy und ihre Gäste ließen das U 4 in seinen Grundfesten erzittern. Einen guten Vorsatz gab es auch: Genauso weiterzumachen wie bisher. Bis 30. Mindestens.

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Salzburger Nockerln: Exklusivität Einer der Hauptspäße des Society-Begleitlärms zu den Salzburger Festspielen ist das "Wie meinen Event in die Presse, ohne die Promis zu behelligen"-Spiel. Bei großen Premierenfeiern ist da die Kamera- und Mikromeute exakt zehn Minuten zugelassen - aber weil kein Gesellschaftsjournalist zugeben würde, dass er wo wie rausfliegt, erfährt das kaum wer. Den Vogel abgeschossen hat hier heuer allerdings der Galerist Thaddäus Ropac: Als Patrick Louis Vuitton (ja, der von den Taschen und Koffern) am Sonntag zu einem exklusiven Empfang (u. a. kamen Eliette von Karajan, Michael Aufhauser, Alexandra Swarovski und Michael Heinritzi, Prof. Wilhelm Holzbauer, Carlo Rola, Elisabeth Gürtler, Erol Sander, Dennenesh Zoudé, Michaela Merten sowie Elke Winkens) in Ropacs Villa Emslieb bat, merkte Ropac nach den Zusagen der hochnoblen Gäste an, dass er nicht einmal im Garten Journaille dulde. Für die Vuittons ein harter Schlag: Ein bisserl PR hatte man schon erhofft. Doch die Rechnung ging trotzdem auf: Der Adabei-Tross wartete und dokumentierte eben brav von der Straße aus - und zwar voll Ehrfurcht: Noch exklusiver zu empfangen und trotzdem medial präsent, dürfte nämlich kaum möglich sein. (DER STANDARD-Printausgabe, 26.07.2005)

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    foto: hattrick
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