Rogan als Siebenter im WM-Finale

27. Juli 2005, 01:25
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Finalticket mit Taktik geholt - Alle Aufsteiger binnen 42 Hundertstel - Eine Medaille sei "sehr unwahrscheinlich" - Favorit Aaron Peirsol

Montreal - Europameister Markus Rogan ist bei der Schwimm-WM in Montreal vorerst im Plansoll. Mit Semifinal-Platz sieben über 100 m Rücken hat der 23-Jährige am Montag (Ortszeit) sein drittes WM-Finale über diese Distanz erreicht, 2001 und 2003 war er jeweils Fünfter geworden. In 54,75 Sekunden erreichte der Wiener die siebentschnellste Marke, Weltrekordler Aaron Peirsol aus den USA war in 54,46 Schnellster gewesen.

Die Finalisten lagen binnen 42/100 und damit ungemein eng beisammen, im zweiten Semifinal-Lauf waren die Top Fünf sogar innerhalb von 6/100 Sekunden. Rogan war im schwächer besetzten Rennen unterwegs und musste daher unter die zwei Fix-Aufsteiger. "Ich hab' mir gedacht, dass aus dem anderen Lauf Sechs aufsteigen", erklärte Rogan. "Also hab' ich mir gesagt, ich werde Zweiter und die Sache hat sich." Und so kam es dann auch.

Der OSV-Star sprach von der bisher größten zeitlichen Diskrepanz zwischen zwei Semifinal-Läufen. Nach 50 Metern war er mit 26,87 Sekunden gesamt nur an zwölfter Stelle gelegen. "Da war ich trotzdem schneller als im Olympia-Finale. Aber insgesamt bin ich eher arrogant gemütlich geschwommen." Für das Finale hat sich der Wiener eine besondere Taktik zurechtgelegt: "25 Meter mit Schwung, 25 Meter steigern und dann 50 Meter voll."

Der zweifache Olympia-Zweite ist sich aber bewusst, dass es am Ende auch nur der achte Platz werden kann. "Ich glaub' eher nicht, dass es eine Medaille wird. Sie ist sehr unwahrscheinlich, allerdings nicht unwahrscheinlicher als bei Olympia", versuchte sich Rogan als Prophet. Wie bekannt, hat er ja in Athen Silber geholt, mit drei Hundertstel Vorsprung auf den Vierten. Rogan: "Es wird mindestens wieder so knapp wie damals."

Den Favoriten sieht Österreichs "Sportler des Jahres" in Titelverteidiger Peirsol. "Er kann sicher noch so eine Sekunde drauflegen und Randal Bal kann wohl auch noch ein bisschen mehr." Die Verbesserung seines österreichischen Rekords von 54,35 hält Rogan für möglich. "Den Europarekord (Anm.: 53,92) muss ich aber abschreiben, das wird sich nicht ausgehen. Wenn es aber über 200 m auch so locker wie über 100 m geht, hab' ich dort gute Chancen."

Trainer Robert Michlmayr war mit dem Auftritt seines Schützlings zufrieden und fühlte sich auch ein wenig erleichtert: "Weder der Sportler noch der Trainer weiß vor dem Saison-Höhepunkt, wie gut die Form wirklich ist." Der Endlauf steigt in der Nacht auf Mittwoch, laut Zeitplan um 1:18 Uhr MESZ.(APA)

Semifinali (Top Acht im Finale am Dienstag/Ortszeit):

100 m Rücken: 1. Aaron Peirsol (USA) 54,46 Sekunden - 2. Randall Bal (USA) und Tomomi Morita (JPN) je 54,49 - 4. Laszlo Cseh (HUN) und Arkadij Wjatschanin (RUS) je 54,52 - 6. Aristeidis Grigoriadis (GRE) 54,69 - 7. Markus Rogan (AUT) 54,75 - 8. Blaz Medvesek (SLO) 54,88

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    Alles nach Plan für Rogan.

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