Ex-Vorstand Hirschmann würde EdF-Ausstieg begrüßen

22. November 2005, 15:47
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Im Fall von verstärktem Verbund-Engagement müssten Südpol-Verträge revidiert werden

Graz - Die Aufrüstung der Landesenergie-Holding EStAG zu einem Leitbetrieb und die Revision der so genannten "Südpol-Verträge" mit dem Verbund fordert der ehemalige EStAG-Vorstand Gerhard Hirschmann im Zusammenhang mit der Debatte über ein stärkeres Engagement des Verbunds an der EStAG. Oberstes Ziel müsse "die langfristige Absicherung einer wieder eigenständigen Energieversorgung in der Steiermark sein", so Hirschmann, für den ein Ausstieg der EdF "nach nunmehr sieben dürren Jahren steirischer Energiepolitik ein großer Segen für das Land" wäre.

Der für seine eigene Liste wahlkämpfende Hirschmann meinte am Montag bei einer Pressekonferenz, sollte der Verbund die Anteile der EdF übernehmen, sei sicherzustellen, "dass die Steirer wieder ohne jemanden anderen fragen zu müssen - auf Grund der skandalösen Südpol-Verträge muss derzeit gefragt werden -, selbst Kraftwerke bauen dürfen." Es müsse ein Teil, der durch die Südpol-Transaktion "praktisch hergeschenkten Wasserkraftwerke" wieder zurückgeholt werden.

Südpol-Fiasko

Das Ausmaß des "Südpol-Fiaskos" - Fusion Steweag-Steg, Beteiligung des Verbundes an Steweag-Steg mit 34 Prozent - zeige sich an den Dividenden und Leistungen der letzten beiden Geschäftsjahre. Die Steirer haben als Ergebnis dieser Fusion in Wien 27 Mio. Euro abgeliefert und im Gegenzug aus den Verbund-Beteiligungen der EStAG knapp 380.000 Euro an Dividenden erhalten.

Er habe mit persönlichem Einsatz gekämpft, um die "unfassbare Misswirtschaft" in der EStAG zu beenden. Nun werde er mit derselben Energie dafür kämpfen, "dass die Steiermark wieder einen eigenständigen Energiekonzern, und die Mitarbeiter der EStAG wieder eine gesicherte Zukunftsperspektive haben", so Hirschmann. Nachsatz: "In jedem Fall werde ich dafür Sorge tragen, dass das Duo Klasnic-Ditz keinen endgültigen Schlag gegen dieses steirische Leitunternehmen führen kann". (APA)

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