Familie des erschossenen Brasilianers will klagen

25. Juli 2005, 18:07
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Cousin: Verhindern, dass Polizei weiterhin unschuldige Menschen ungestraft erschießt - Polizei verteidigt tödliche Schüsse auf Verdächtige

London - Die Familie des in London erschossenen Brasilianers hat Großbritannien mit einem Rechtsstreit gedroht. Es gelte zu verhindern, dass die Polizei weiterhin unschuldige Menschen ungestraft erschießen könne, erklärte ein Cousin von Jean Charles de Menezes am Montag im BBC Fernsehen. Blair bedauert Erschießung eines unschuldigen Brasilianers Großbritannien und Frankreich wollen Informationen über Hassprediger austauschen

Blair bedauert

Premierminister Tony Blair hat die Erschießung eines Brasilianers durch die Londoner Polizei bedauert. "Wir sind alle tieftraurig über den Tod dieses unschuldigen Menschen", sagte Blair am Montag in London. Er könne die Wut der Angehörigen nur zu gut verstehen. Gleichzeitig warb er jedoch um Verständnis für die Polizei, die geglaubt hatte, der 27-jährige Jean Charles de Menezes wäre ein Selbstmordattentäter: "Die Polizei arbeitet zur Zeit unter sehr schwierigen Umständen", sagte Blair. Sie sei auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen.

Notfall

Der Tod des jungen Mannes hat in Großbritannien eine heftige Debatte über die Angemessenheit von gezielten Schüssen auf Verdächtige ausgelöst. Der Berufsverband der Polizeioffiziere bekräftigte in diesem Zusammenhang die Auffassung, dass potenzielle Selbstmordattentäter notfalls getötet werden müssten, um eine Zündung ihres Sprengsatzes rechtzeitig zu verhindern.

Der Polizei stünden diverse Taktiken zur Verfügung, erklärte Verbandschef Chris Fox im BBC Fernsehen. Oberste Priorität habe aber immer das Ziel, Schaden von anderen Menschen abzuwenden. Der Tod eines mutmaßlichen Kriminellen müsse dabei in Kauf genommen werden. (APA/AP)

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BBC

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    Ein Cousin von Jean Charles de Menezes.

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