McLaren gibt sich nicht geschlagen

28. Juli 2005, 10:44
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Silberpfeile schließen Schlamperei beim Räik­könen-Defekt aus - Boss Ron Dennis: "Eigentlich hätte es ein Doppelsieg werden müssen"

Hockenheim - Viele Experten im Formel-1-Zirkus haben am Sonntag nach dem Deutschland-Grand-Prix den Kampf um die WM-Krone für entschieden erklärt - McLaren-Mercedes tut dies jedoch nicht und fordert den überlegenen WM-Leader Fernando Alonso weiter heraus. "Der Berg ist nun ein Stück höher und steiler, aber unser Bekenntnis zum Ziel WM-Titel ist ungeschmälert", erklärte Teamboss Ron Dennis. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug schloss unterdessen beim neuerlichen Defekt bei Kimi Räikkönen menschliche Schlamperei aus.

Analysen, aber keine bösen Worte

"Es gibt aber kein Drumherumreden. Wir sind zu selten mit beiden Autos auf guten Plätzen. Der Eindruck ist da, dass uns immer wieder Kleinigkeiten passieren, die uns daran hindern, die eigentliche Platzierung zu schaffen. Wir werden das analysieren. Böse Worte wird es aber nicht geben", versicherte Haug, der im Vergleich zu Dennis punkto Titelkampf skeptisch ist: "Selbst wenn wir jetzt jedes Rennen gewinnen, fangen wir Alonso nicht automatisch ab."

"Das war ein klassisches 'Was wäre wenn'-Wochenende", weiß der in dieser Saison leidgeprüfte Dennis, Chef des niederösterreichischen Testpiloten Alexander Wurz. Der vom Pech verfolgte Räikkönen startete aus der Pole Position und raste scheinbar unaufhaltsam seinem vierten Saisonerfolg entgegen, ehe der Finne in der 36. Runde von einem losen Entlüftungsventil gestoppt wurde.

Montoya lieferte Aufholjagd

Sein Teamkollege Juan Pablo Montoya hatte im Qualifying Pech (Dreher im Schlussteil), beeindruckte aber dann im Rennen mit einer fantastischen Aufholjagd von der letzten Startreihe auf den zweiten Endrang. Auch die Freitag-Bestzeit von Wurz untermauerte die eigentliche Vormachtstellung der Silbernen. Unterm Strich bliebt jedoch die Tatsache, dass der Rückstand von Räikkönen auf Alonso nicht auf 24 Punkte geschrumpft, sondern auf 36 angewachsen ist.

"Die Geschwindigkeit und die allgemeine Darbietung der Autos war außergewöhnlich, eigentlich hätte es ein Doppelsieg werden müssen. Montoyas exzellente Fahrt hat unsere Leistungsstärke deutlich demonstriert", trauerte Dennis dem möglichen Triumph nach.

Pannen-Serie

Seit dem Triumph von Räikkönens Landsmann Mika Häkkinen vor fünf Jahren warten die Silberpfeile sehnsüchtig auf einen WM-Titel. Doch in Imola, auf dem Nürburgring und nun auf dem Hockenheimring, wo Räikkönen bei seinem fünften Start zum fünften Mal nicht die Zielflagge sah, wurde der Finne wegen technischer Defekte ausgebremst. In Magny Cours und Silverstone, wo er am Ende Zweiter und Dritter war, hatten ihn schon vor dem Rennen Motorschäden zurückgeworfen. Beim Frankreich-GP hatte es zudem Teamkollege Montoya mit Hydraulikproblemen erwischt.

An der Geschwindigkeit liegt es auf jeden Fall nicht, in Malaysia, Kanada, Frankreich und England fuhr Räikkönen die jeweils schnellste Runde, in Bahrain gelang dies Ersatzfahrer Pedro de la Rosa.(APA/dpa/Reuters/AFP)

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    Darth Vader würde in der McLaren-Box nicht auffallen.

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