Pflegerin mit Tod bedroht: Steirer vor Gericht

27. Juli 2005, 08:14
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Psychisch beeinträchtigter Patient sprach von Mord - Verhandlung vertagt

Graz - Mit den Worten "Die ist lästig, die gehört weg", bedrohte eine Patient in einem Pflegeheim eine junge Frau. Der Grund, warum auf diese Ankündigung hin die Polizei eingeschaltet wurde: Vor 20 Jahren hatte der Mann bereits einmal eine Pflegerin getötet. In der Haft verübte er einen Selbstmordversuch und ist seitdem geistig beeinträchtigt. An seine Drohung konnte er sich vor Gericht nicht erinnern. Die Verhandlung wurde vertagt.

Peter B., war vor 20 Jahren selbst als Pfleger in einem Heim tätig. Damals hatte er ein Verhältnis mit einer Kollegin. Als es Streit gab, erwürgte er die Frau. Anschließend hängt er sie auf, um einen Selbstmord vorzutäuschen. Er wurde wegen Mordes zu 18 Jahren Haft verurteilt und musste seine Strafe in der Grazer Justizanstalt Karlau verbüßen. Um seinem Leben ein Ende zu setzten, stach er sich mit einem Messer ins Herz. Er konnte gerettet werden, doch durch den Sauerstoffmangel war er von da an psychisch beeinträchtigt.

"Gefährliches Verhalten"

Der Vorfall in dem steirischen Pflegeheim ereignete sich im Februar dieses Jahres. B. hatte eine Pflegehelferin beschuldigt, mit einem Mann in einer Dusche Sex gehabt zu haben. "Die ist lästig, die gehört weg", sagte er zu einem Arzt. Vor Gericht konnt er sich aber an seine Äußerung nicht mehr erinnern. "Haben Sie etwas angestellt?", fragte ihn Richterin Michaela Lapanje vorsichtig. "Kann sein, aber es fällt mir jetzt nicht ein", kam die Antwort. "Wissen Sie, wo wir hier sind?", fragte die Richterin nach. Der Beschuldigte schwieg ratlos.

Das Einzige, woran er sich erinnern konnte war, dass er der Pflegehelferin zwei Ohrfeigen gegeben hatte. "Weil sie mich narrisch gemacht hat", so die Antwort. Der stellvertretende ärztliche Leiter bescheinigte dem Angeklagten ein "gefährliches Verhalten". Zur Anhörung weiterer Zeugen wurde vertagt. (APA)

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