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12. Juli 2006, 14:30
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Erwärmung für Innsbrucker Geologen nicht ungewöhnlich: Temperatur-Amplitude der vergangenen 2.000 Jahre habe ein bis zwei Grad nie überschritten

Innsbruck - Die Klimaerwärmung stellt für Innsbrucker Geologen "keine ungewöhnliche Entwicklung" dar. Sie verwiesen am Montag auf einen 20 Zentimeter großen Tropfstein aus dem Tuxer Tal, der als Indikator dafür diene.

Die Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Christoph Spötl vom Institut für Geologie und Paläontologie der Uni Innsbruck arbeitet seit einigen Jahren intensiv an einem so genannten "Klima-Archiv". In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Augusto Mangini von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften habe gezeigt werden können, dass im zentralalpinen Raum die Temperaturen während des Mittelalters ähnlich hoch gewesen seien wie heute, unterbrochen durch eine markant kühlere Phase zwischen etwa 1400 und 1850, bekannt als die "Kleine Eiszeit".

"proxies"

Die Temperatur-Amplitude der vergangenen 2.000 Jahre habe ein bis zwei Grad Celsius nie überschritten. Instrumentelle Messserien der Lufttemperatur gebe es vereinzelt erst seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ein globales Messnetz existiere erst etwa seit 100 bis 150 Jahren. Für die Zeiten davor müssten indirekte Indikatoren, so genannte "proxies" herangezogen werden. Das sind z.B. Daten aus See-Sedimenten, Baumringen, Eiskernen und seit wenigen Jahren auch Tropfsteinen aus Höhlen.

Der 20 Zentimeter große Stalagmit stammt aus der größten Höhle Tirols. Die rund zehn Kilometer lange Spannagel-Höhle liegt auf 2.500 Metern Höhe im Tuxer Tal. Für die Forschungen wurden im Labor für Stabile Massenspektrometrie am Institut für Geologie und Paläontologie der Uni Innsbruck Einzelmessungen im Abstand von 0,1 mm durchgeführt. Das entspricht einer zeitlichen Auflösung von etwas mehr als einem Jahr. (APA)

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