Japan: Chancen auf weibliche Thronfolge

25. Juli 2005, 19:12
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Verfassungsänderung geplant - Seit dem 18. Jahrhundert hat keine Frau mehr regiert

Tokio - In Japan soll nach den Vorschlägen einer von der Regierung eingesetzten Expertenkommission die weibliche Thronfolge eingeführt werden, wie der Fernsehsender "Nippon Hoso Kyokai" (NHK) am Montag berichtete. Eine entsprechende Verfassungsänderung würde eine schwere Last von der unter chronischen Depressionen leidenden Kronprinzessin Masako nehmen. Wie dieStandard.at bereits berichtete, steht die ehemalige Diplomatin unter enormem Druck, einen männlichen Thronerben zu gebären.

Mädchen diskriminiert

Die Ehefrau von Kronprinz Naruhito brachte 2001 das Töchterchen Aiko zur Welt. Aiko ist Einzelkind, auch der jüngere Bruder des Thronfolgers, Prinz Akishino, ist Vater zweier Mädchen. Die letzte Frau auf dem 2600 Jahre alten japanischen Chrysanthemen-Thron, Go-Sakuramachi, regierte von 1762 bis 1771. Die Verfassung von 1948 sieht nur die männliche Thronfolge vor. Lauf Umfragen sind die JapanerInnen mehrheitlich dafür, dass auch Frauen den Thron besteigen können.

Derzeit regiert der 71-jährige Großvater Aikos, Kaiser Akihito. Der 125. Tenno hatte nach dem Tod seines Vaters Hirohito 1989 den Thron bestiegen und seine Regentschaft unter die Devise "Heisei" (Vollendung des Friedens) gestellt. Als Thronfolger hatte er gegen heftigen Widerstand von Hof und Hochadel mit der Tradition gebrochen und 1959 die christlich erzogene Bürgerliche Michiko Shoda, Tochter eines Großunternehmers und Mühlenbesitzers, geehelicht.

Insgesamt hat es bisher acht Frauen auf dem Chrysanthemen-Thron gegeben. Sie wurden jedoch als Übergangsherrscherinnen betrachtet. Keine von ihnen hat die Krone an ein eigenes Kind weiter gegeben. (APA/AFP)

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    Prinzessin Masako mit Tochter Aiko
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