Explosion in Kabul

25. Juli 2005, 17:47
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Bombe zerstörte Schiffscontainer - drei Polizisten verletzt

Kabul - Bei einer Bombenexplosion in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Montag nach Polizeiangaben drei Polizisten verletzt worden. Der flüchtige Taliban-Anführer Mullah Mohammed Omar rief unterdessen zum weiteren Kampf gegen die afghanische Regierung und die ausländischen Soldaten im Land auf.

Am Sonntag war bei Anschlägen ein US-Soldat getötet worden, sieben weitere Soldaten wurden verletzt. Sechs der Soldaten seien in einem stabilen Zustand, teilte das US-Militär am Montag mit. Ihr Konvoi war von einer am Straßenrand deponierten Bombe in der östlichen Provinz Kunar erfasst worden. Bereits zuvor war ein anderer US-Soldat im südlichen Helmand bei einem von Rebellen verübten Angriff getötet worden; sein Kollege wurde verletzt. Die US-Armee reagierte nach eigenen Angaben in beiden Provinzen mit Gegenangriffen und bombardierte die mutmaßlichen Verstecke der Aufständischen vom Boden und aus der Luft. Berichte über Tote oder Verletzte auf Seiten der Rebellen lagen nicht vor.

Die Bombe vom Montag zerstörte einen Schiffscontainer, der als provisorischer Kontrollposten der Polizei auf der Straße in Richtung Flughafen diente. Der Sprengsatz sei ferngezündet worden, sagte Mahbub Amiri, Chef der Bereitschaftspolizei. Die Polizisten seien bei der Explosion schwer verletzt worden. Auch ein Fahrzeug der Vereinten Nationen (UNO) sei beschädigt worden. UNO-Mitarbeiter seien jedoch nicht betroffen. Wer hinter dem Anschlag steckt, war zunächst unklar. Ein Vertreter der radikal-islamischen Taliban-Bewegung war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In einer angeblich von Taliban-Anführer Omar stammenden Tonbandaufnahme, die die Nachrichtenagentur Reuters in der südafghanischen Stadt Kandahar erhielt, rief dieser seine Anhänger zur Einigkeit und Beständigkeit im gemeinsamen Kampf auf. "Vereinigt euch, streitet euch nicht, setzt euren Jihad fort und der Sieg wird euer sein", hieß es auf dem Band. Welche Formen von Meinungsverschiedenheiten er meinte, führte Omar nicht aus.

Der in einem Versteck in Pakistan vermutete Omar wendet sich nur von Zeit zu Zeit an die Öffentlichkeit. Im März hatte er in einer schriftlichen Botschaft an die Medien dazu aufgerufen, die Anschläge gegen die afghanischen und US-Sicherheitskräfte zu verschärfen. Tatsächlich haben die Untergrundkämpfer der Taliban ihre Überfälle und Angriffe in jüngster Zeit intensiviert. Offenbar versuchen sie, vor den für September geplanten Parlamentswahlen die Lage in Afghanistan zu destabilisieren.

Die USA haben rund 18.300 Soldaten in Afghanistan stationiert, in das sie Ende 2001 einmarschierten, um die damalige Taliban-Regierung zu stürzen. Allein in diesem Jahr starben 36 ihrer Soldaten - deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Die NATO hat rund 8000 Sicherheitskräfte in Afghanistan stationiert, die für Sicherheit in der Hauptstadt Kabul und ihrer Umgebung sorgen sollen. (APA/Reuters)

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