Britische Presse: Identifizierte Terroristen sind Somalier

27. Juli 2005, 08:48
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Sollen von staatlicher Unterstützung in London gelebt haben - In Park gefundenes Sprengstoffpaket weist auf weiteren Anschlagsversuch hin

London - Die beiden Terroristen, die am Montag von der Londoner Polizei identifiziert worden waren, stammen nach britischen Presseberichten aus dem nordostafrikanischen Land Somalia. Sie hätten in London seit Jahren von staatlicher Unterstützung gelebt, berichteten am Dienstag die Zeitungen "Daily Mail" und "The Sun".

Ein Nachbar erzählte, er habe vor kurzem gesehen, wie Muktar Said Ibrahim (27) und Yasin Hassan Omar (24) etwa 50 Kisten in ihre Wohnung getragen hätten. "Ich habe sie gefragt, was sie da nach oben schleppten, und sie haben gesagt: Tapetenentferner. Im Nachhinein betrachtet könnte das etwas ganz Anderes gewesen sein." Die Wohnung in einem Nordlondoner Hochhaus war am Montag von bewaffneten Polizisten durchsucht worden.

Untergetaucht

Ibrahim und Omar sind ebenso wie ihre beiden noch nicht identifizierten Komplizen untergetaucht. Sie hatten am Donnerstag versucht, Bomben in drei U-Bahnen und einem Bus zu zünden, was aber nicht funktionierte. Eine fünfte Bombe wurde später in einem Londoner Park gefunden.

Scharfschützen in Zivil

Aus Furcht vor weiteren Anschlägen hat die Polizei am Montag noch mehr Scharfschützen in Zivil auf die Straße geschickt. Scotland Yard habe große Sorge, dass die vier flüchtigen Bombenleger vom vergangenen Donnerstag erneut zuschlagen könnten, bevor ihr Sprengstoff unbrauchbar werde. Aus diesen Gründen herrsche höchste Alarmbereitschaft, berichteten die "Times" und andere britische Zeitungen.

Fünf Täter

An den verfehlten Bombenanschlägen in London am Donnerstag ist einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise ein fünfter Attentäter beteiligt gewesen. Die Polizei wolle weitere verdeckte Ermittler an den Untersuchungen beteiligen, nachdem in einem Park im Westen von London ein Sprengstoffpaket gefunden worden war, berichtet die britische Tageszeitung "The Times" am Montag unter Berufung auf Polizeikreise.

Das Päckchen habe den gleichen Sprengstoff enthalten, den die bisher vier Verdächtigen in der U-Bahn und einem Bus zurückgelassen hätten. Dies deute darauf hin, dass ein fünfter Attentäter "seinen Auftrag vielleicht aus unbekannten Gründen abgebrochen hat".

Fahndungsfotos

Der britische Sender BBC hatte am Samstag berichtet, dass im Wormwood Scrubs Park im Westen der Hauptstadt ein Päckchen gefunden worden sei, dass neben einer beigefarbenen Substanz auch Nägel und Kabel enthalten habe. Nach den fehlgeschlagenen Attentaten vom Donnerstag hatte die Polizei Fahndungsfotos von vier Verdächtigen veröffentlicht, die von Überwachungskameras aufgenommen worden waren. Die Männer konnten entkommen, nachdem die Sprengsätze in ihren Rucksäcken nicht vollständig explodiert waren.

Dem Bericht der "Times" zufolge nimmt die Polizei an, dass die Verdächtigen in London leben und ostafrikanischer Herkunft sind. Die drei seit Donnerstag festgenommenen Männer gehörten nicht zu den Attentätern, hieß es in der Zeitung. (APA/dpa/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Londoner Polizei veröffentlichte weitere Bilder aus Überwachungskameras.

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