Bullentreiben in Ried

27. Juli 2005, 14:09
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Aufsteiger Ried schlug nach starker Leistung wenig engagierte Red Bulls aus Salzburg klar mit 3:0

Ried - Die 3. Runde der T-Mobile-Bundesliga endete am Sonntagabend mit einer dicken Sensation. Aufsteiger Ried deklassierte zu Hause vor ausverkauftem Haus (7.600 Zuschauer) das Salzburger Starensemble hoch verdient 3:0 (1:0) und überholte die Mozartstädter damit auch in der Tabelle.

Kuljic trifft auch in der Bundesliga

Goalgetter Kuljic mit einem Traumtor (45.), Kapitän Angerschmid (67.) und Ex-Salzburger Eder mit einem Kopfball (85.) sorgten für die zweite Niederlage im zweiten Auswärtsmatch der Salzburger Red-Bull-Vereinsgeschichte. Die Rieder - zum Auftakt zwei Mal 0:0 - mit Goalie Hans-Peter Berger sind nach 270 Liga-Minuten das einzige Team ohne Gegentreffer.

Dass sich der Unmut der Salzburger Fans gegen die veränderten Klubfarben (Rot und Blau statt Violett) noch lange nicht gelegt hat, zeigte sich nach 20 Minuten. Aus dem Sektor der rund 500 mitgereisten Salzburg-Fans flogen im Stile des Mitte April abgebrochenen Champions-League-Viertelfinales Inter Mailand - AC Milan bengalische Feuer aufs Feld. Eines davon brannte einen Teil des Tornetzes durch, nach rund vierminütiger Unterbrechung konnte Schiri Einwaller die Partie aber fortsetzen.

Starker Aufsteiger

Ab diesem Zeitpunkt war nur noch eine Mannschaft am Drücker: Ried. Die "Wikinger" präsentierten sich als der zweikampf- und laufstarke Underdog, der aber auch spielerisch einiges zu bieten hatte. Vor allem Rasinger ließ auf der linken Außenbahn den teilweise schwer überforderten Salzburg-Kapitän Schopp (rechter Teil der Viererkette) schlecht aussehen. Die Bullen hielten mit Härte dagegen, so riss Von Schwedler den durchbrechenden Seo an den Haaren zu Boden.

Salzburg hing angeschlagen in den Seilen, doch zunächst scheiterte Rasinger ganz alleine vor Arzberger (35.) und eine Kuljic-Flanke strich hauchdünn an der rechten Stange vorbei (42.). Ein Traumtor beendete dann aber das 225 Minuten lange Warten auf den hoch verdienten ersten Saisontreffer der Rieder: Kuljic, vergangene Saison mit 34 Toren Red-Zac-Liga-Schützenkönig, zauberte den Ball von der Strafraumgrenze aus mit dem Außenrist ins linke Kreuzeck (45.).

Salzburg im zweiten Durchgang mit mehr Engagement

Am bedingungslosen Einsatz der mit zahlreichen Ex-Salzburgern gespickten Hausherren (u.a. Seo, Eder, Brenner,...) änderte sich nichts, doch auch Salzburg ließ die Lethargie in der Kabine, hielt zumindest kämpferisch dagegen und stemmte sich gegen die drohende Pleite.

Aber mitten in der Drangphase fiel das 2:0, bei dem die Salzburger Defensive alles andere als gut aussah - Knavs verschätzte sich bei einem weiten Ball, Arzberger zog im Laufduell mit Kuljic den Kürzeren und Angerschmid verwertete den Querpass des Goalgetters problemlos aus kurzer Distanz (67.). Das Salzburger Debakel perfekt machte ein Kopfballtreffer von Eder nach Rasinger-Eckball (85.).

Glück des Tüchtigen

Bei einem Handspiel von Kablar im eigenen Strafraum (62.) sowie Chancen von Zickler (71.), Lokvenc (77., 92./Latten-Kopfball) und Schopp (80., Berger parierte) hatten die Rieder das Glück des Tüchtigen. Kurt Jara erlebte übrigens das zweite bittere Debakel im Innviertel, im September 1999 hatte es mit der Tiroler Meistertruppe gar ein 0:5 gesetzt. (APA)

  • SV Josko Ried - Red Bull Salzburg 3:0 (1:0)
    Ried, Fill Metallbau-Stadion, 7.600 (ausverkauft), SR Einwaller.

    Torfolge: 1:0 (45.) Kuljic, 2:0 (67.) Angerschmid, 3:0 (85.) Eder

    Ried: H.P. Berger - Brenner, Glasner, Kablar, Dabac - Seo (92. Sulimani), Berchtold, Eder, Angerschmid, Rasinger - Kuljic (90. Kastner)

    Salzburg: Arzberger - Schopp, Knavs, Von Schwedler, Miranda (46. Pichorner) - Kirchler, Carboni, Scharrer (67. Mayrleb), Jezek (46. Mair) - Zickler, Lokvenc

    Gelbe Karten: Angerschmid bzw. Miranda, Carboni, Von Schwedler

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      Schopp und Eder im Zweikampf.

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      Das Spiel musste kurzfristig unterbrochen werden.

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