Nach den Algen: Hepatitis-Fälle in Genua

24. Juli 2005, 21:13
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21 Menschen mit Verdacht auf Hepatitis A ins Spital eingeliefert

Genua - Nach den giftigen Algen im Meer vor Genua gibt es in der ligurischen Metropole neue Gesundheitsprobleme: In den vergangenen Tagen seien 21 Menschen mit Verdacht auf eine Hepatitis-A-Erkrankung ins Spital gebracht worden, berichtete die Zeitung La Repubblica am Samstag.

Fast ausnahmslos erklärten die Patienten, zuvor Meeresfrüchte verzehrt zu haben. "Ich habe noch nie so viele Fälle gleichzeitig gesehen, normalerweise haben wir hier pro Jahr vier oder fünf Patienten mit Hepatitis A", erklärte ein zuständiger Arzt.

Unklarer Zusammenhang

Erst vor wenigen Tagen hatten sich fast 200 Badegäste nach dem Baden im Meer ärztlich versorgen lassen. Übelkeit und Fieber seien wahrscheinlich von einer tropischen Alge ausgelöst worden: Sie hatte sich vermutlich rasant ausgebreitet, nachdem chemische Substanzen - etwa Reinigungsmittel - ins Meer geleitet worden waren. Experten hatten bereits davor gewarnt, dass die Algen auch Speisefische und Muscheln befallen. Ob die Hepatitis-Fälle mit den giftigen Algen in Zusammenhang stehen, ist jedoch bisher unklar.

Hepatitis A ist eine relativ milde Form der Hepatitis-Erkrankungen. Die Entzündung der Leber wird hier generell nicht chronisch und führt zu keinen dauerhaften Schädigungen. Jedoch kann die Krankheit mehrere Wochen oder sogar Monate dauern.

Ungenügend gegarte Fische sind ebenso eine Infektionsquelle wie Eiswürfel, Speiseeis, ungeschältes Obst und Gemüse oder nicht abgekochtes Wasser. (dpa, DER STANDARD Printausgabe, 25.07.2005)

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