Ägypter bei rätselhafter Explosion in Kairo schwer verletzt

26. Juli 2005, 12:42
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Behörden widersprechen sich zu Hintergrund des Vorfalls - Detonation wenige Kilometer von Touristenbasar entfernt

Kairo - Einen Tag nach den Terroranschlägen von Sharm el-Sheikh ist in Kairo ein Ägypter bei einer Explosion lebensgefährlich verletzt worden. Der anfänglichen Darstellung der Polizei, wonach der 33-jährige einen selbstgebauten Sprengsatz versehentlich zündete, widersprach die ägyptische Regierung später. Weitere Menschen kamen bei dem Zwischenfall im Südwesten der ägyptischen Hauptstadt nach ersten Angaben nicht zu Schaden. Der Vorfall ereignete sich wenige Kilometer von einem Touristen-Basar bei den Pyramiden von Gizeh entfernt.

Ein Polizeivertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Mann habe einen Plastiksack, in der er den Sprengsatz bei sich gehabt habe, im Stadtteil Kerdassa versehentlich fallen gelassen. Daraufhin habe die Bombe gezündet und den Mann schwer verletzt. Der 33-Jährige sei Jurist und arbeite als Verwaltungsangestellter im Kasr-el-Ain-Krankenhaus.

Explosion eines "unbekannten Gegenstands"

Das ägyptische Innenministerium teilte dagegen später in einer Erklärung mit, die Explosion sei nicht auf eine Bombe zurückzuführen. Vielmehr sei der Mann bei der Explosion eines "unbekannten Gegenstands" verletzt worden. Bei ihm handele es sich um einen "begeisterten Antiquitätensammler", der gerade seine Sammlung durchsucht habe, als einer der Gegenstände detoniert sei. Der Bruder des Verletzten habe der Polizei mitgeteilt, dass der 33-Jährige dieses "Hobby" von seinem Vater übernommen habe.

In einer Mitteilung des Innenministeriums hieß es, die Detonation habe seine Erdgeschosswohnung getroffen, in der er Sprengstoffmaterial gelagert habe.

Gehirnblutung

Das Explosionsopfer erlitt den Angaben zufolge Verletzungen in der linken Gesichtshälfte und eine Gehirnblutung und wurde in dem Krankenhaus, in dem er auch arbeitet, operiert. Seine wartende Familie war laut einem AFP-Reporter von zahlreichen Polizisten abgeschirmt.

Im April waren bei einem Anschlag auf den Kairoer Basar Khan el-Khalili zwei französische und ein amerikanischer Tourist getötet worden. Wenige Tage danach hatten verschleierte Frauen mit Schusswaffen das Feuer auf einen Touristenbus in Kairo eröffnet und sich dann selbst erschossen. (APA/AP)

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