Österreichische Touristen vorzeitig zurückgekehrt

25. Juli 2005, 10:30
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Nicht mehr sicher gefühlt - Salzburger von Anschlägen geweckt

Schwechat - Den österreichischen Touristen, die Sonntag früh am Flughafen Wien aus dem von Terroranschlägen getroffenen ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh zurückgekehrt sind, stand der Schock der Bomben noch in die Gesichter geschrieben. Eine Sondermaschine der AUA hatte Urlauber, die ihren Aufenthalt nach den Anschlägen vorzeitig beenden wollten, abgeholt. Mehr als 150 Menschen waren an Bord des Fliegers. Die Motivation der meisten verfrühten Heimkehrer: Sie fühlten sich nicht mehr sicher.

Nur 150 Meter Luftlinie von einem der Tatorte entfernt schliefen der Salzburger Emil B., seine Frau Monika und seine Tochter Julia im Hotel Iberotel Palace, als eine der Bomben hochging, erzählte er bei der Ankunft am Flughafen. "Wir sind durch die Explosion geweckt worden." Zunächst habe man an ein Erdbeben gedacht. Die Metallrahmen der Fenster waren auf den Steinboden im Zimmer gefallen. "Ich sagte dann zu meiner Frau: 'Ich schau' mal, was los ist. Draußen gab es schon eine Riesenaufregung", sagte Emil B. Zuerst hätten die Einheimischen gedacht, dass Gasflaschen in die Luft geflogen seien.

"Nicht mehr wohl gefühlt"

Aufregung herrschte den Schilderungen des Salzburgers zufolge auch unter den Touristen: "Die Leute haben sich nicht mehr wohl gefühlt." Die Rückreise nach Österreich zu organisieren, sei zunächst schwierig gewesen. "Erst wie sich die Botschaft in Kairo eingeschaltet hat, ist es dann gegangen", sagte Emil B. Doch es gab auch Kritik an der Arbeit des österreichischen Außenamts: "Wir haben nichts gewusst, keine Informationen vom Außenministerium erhalten", sagte der Burgenländer Gerald P.

Viele der österreichischen Touristen hielten sich im Magic Life Club auf: Dort bekamen sie nicht unmittelbar etwas von den Attentaten mit. "Wir habe nichts gehört und nur das mitbekommen, was wir in der Zeitung jetzt im Flugzeug gelesen haben", schilderte etwa der Niederösterreicher Leopold H. Er war erst am Donnerstag nach Sharm el-Sheikkh gereist und wollte drei Wochen bleiben. "Wir durften nicht mehr aus dem Hotel hinaus. Du kannst ja nichts mehr machen", erläuterte er seine Motive für die viel zu frühe Heimkehr. Außerdem habe er sich nicht mehr sicher gefühlt.

"Spärliche Informationen"

Im selben Club befanden sich auch die bei Wien lebenden Gerhard und Claudia Ö. "Die Informationen im Hotel waren sehr spärlich. Die Reiseleiterin war offenbar überfordert", erzählte der auch oft beruflich in Ägypten weilende Mann. Zu bleiben hätte keinen Sinn gehabt. "Das touristische Leben war auf dem Nullpunkt." Er sei überzeugt, dass man Reisen "in diese Regionen" auf längere Zeit vergessen könne, sagte Gerhard Ö. "Man sieht immer wieder, dass das Al Kaida-Netzwerk global agiert. Und diese Länder haben auch nicht die finanziellen Möglichkeiten, um den Terrorismus wirkungsvoll zu bekämpfen." (APA)

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