Budapest: Holocaust-Mahnmal von Unbekannten beschädigt

26. Juli 2005, 13:14
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Installation zum Gedenken an ungarische Juden wurde erst im April eingeweiht

Budapest - Das neue Mahnmal am Budapester Donauufer, das an die Opfer des ungarischen Pfeilkreuzler-Terrors erinnern soll, ist durch Diebstahl von Teilstücken beschädigt worden. Das berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Samstag unter Berufung auf die Polizei.

Das Mahnmal ist eine künstlerische Installation mit dem Titel "Schuhe am Donauufer", die sich aus 60 Paar aus Eisen nachgebildeten Schuhen zusammensetzt, die an einer Ufermauer auf der Pester Seite der Donau aufgereiht sind. Nun fehlen einige dieser Schuhe, erklärte die Polizei.

Die Schuhe erinnern an die vielen Juden, die 1944 und 1945 von den faschistischen Pfeilkreuzlern "in die Donau geschossen" wurden, wie man das damals nannte. Die Pfeilkreuzler stellten Gruppen aneinander geketteter Juden an das Ufer, erschossen jeweils einen von ihnen, so dass dieser in die Donau fiel und die anderen mit sich riss. Das Mahnmal wurde im vergangenen April zum 60. Jahrestag der Befreiung eingeweiht.

Nach der Entmachtung des ungarischen Reichsverwesers Miklos Horthy durch Nazi-Deutschland 1944 errichtete die Pfeilkreuzler-Partei unter ihrem Führer Ferenc Szalasi ein Schreckensregime, die jüdische Bevölkerung wurde deportiert und ermordet. (APA/dpa)

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