Kein Kurden-Unabhängigkeitsreferendum

25. Juli 2005, 13:11
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Verfassungsentwurf verbietet Austritt aus dem gemeinsamen Staat

Bagdad - Die künftige irakische Verfassung soll allen Sezessionsabsichten in den Kurdengebieten im Norden des Landes einen Riegel vorschieben. Der Verfassungsausschuss der konstituierenden Nationalversammlung in Bagdad hat ein von kurdischen Mitgliedern gefordertes Optionsmodell verworfen, wie das schiitische Ausschussmitglied Bahaa al-Araji am Samstag mitteilte. Der kurdische Vorstoß sah die Möglichkeit für die kurdische Bevölkerung im Nordirak vor, in acht Jahren in einem Referendum über die Unabhängigkeit abzustimmen.

Die Kurden im Nordirak genießen Selbstverwaltung seit 1991, nachdem die USA Flugverbotszonen eingerichtet hatten und das Gebiet der Kontrolle Bagdads entzogen. Die neue Verfassung muss spätestens am 15. August dem Parlamentsplenum zur Abstimmung vorgelegt werden, Mitte Oktober ist ein Volksentscheid vorgesehen.

Drei Tage nach der Entführung zweier algerischer Diplomaten in Bagdad erschien im Internet am Samstag ein Bekennerschreiben der Gruppe Al-Kaida im Irak. Der algerische Geschäftsträger Balarousi Ali, einer seiner Mitarbeiter und ihr Fahrer waren am Donnerstag aus dem Botschaftsviertel verschleppt worden. Anfang Juli war bereits der ranghöchste ägyptische Diplomat im Irak entführt worden, nach Darstellung von Al-Kaida wurde er getötet. (APA/AP)

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