Austro-Tauchgruppe auf Schiff unbehelligt

24. Juli 2005, 21:07
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Bei größtem Sharm-Tauchveranstalter Sinai Divers alle Gäste unverletzt

Sharm-el-Sheik/Wien - Alle Gäste - und damit auch alle Österreicher - der größten Tauchbasis von Sharm el-Sheikh, Sinai Divers, sind bei den Anschlägen unverletzt davongekommen. Das sagte Rolf Schmidt von Sinai Divers Sharm auf Anfrage der APA. Eine aus 16 Personen bestehende Gruppe aus der Alpenrepublik, die ihren jährlichen Tauch-Urlaub angetreten hatte, war zum Zeitpunkt der Detonationen auf dem Schiff "Ghazala I" in der Straße von Tiran auf "Kreuzfahrt", die Teilnehmer blieben daher völlig unbehelligt.

Sinai Divers hat für Samstag alle Tauchgänge gestrichen, die Gäste hätten für diese Maßnahme Verständnis gezeigt, so Schmidt. "In dieser Situation ist es auch unserem Personal, den Tauchlehrern und Diveguides, nicht zuzumuten, Gruppen unter Wasser zu führen." Einige "Unbeirrbare" anderer Tauch-Veranstalter seien allerdings in der Früh sehr wohl zum Tauchen ausgelaufen, es gebe auch kein offizielles Tauchverbot der Behörden. Ob am Sonntag der Betrieb bei Sinai Divers wieder aufgenommen werde, sei noch nicht entschieden. Schmidt: "Einige Gäste wollen nach Hause."

Der Haupttrakt des Hotels "Ghazala Gardens" sei von einer Autobombe praktisch völlig zerstört worden, dort gab es allerdings kaum Gästezimmer, sagte Schmidt. Betroffen von den Auswirkungen der heftigen Detonation waren dagegen die Zimmerkomplexe direkt hinter dem Hauptgebäude. Zwölf Hotelangestellte und eine unbekannte Zahl von Gästen würden vermisst. Schmidt: "Einer unserer Tauchgäste hat in dem betroffenen Hotel wie durch ein Wunder ohne irgend einen Kratzer überlebt." Der zweite Teil des Hotels "Ghazala" auf der dem Meer zugewandten Seite gegenüber auf der Durchzugsstraße sei dagegen völlig unbehelligt geblieben, so Schmidt. Dort befindet sich u.a. auch die Sinai Divers-Basis, die ebenfalls unbeschädigt ist.

In Naama Bay waren am Samstag alle Geschäfte geschlossen. Der Ortskern ist seit zwei Jahren autofrei, bis zum Zentrum mit seinen Shopping-Arkaden dürfen nur Taxis zufahren. Bei diesem Taxistand gab es auch die zweite Detonation in Naama Bay. "Es dürfte sich um eine Koffer- oder Taschenbombe gehandelt haben", so Schmidt. Die Polizei habe bisher zumindest keine Fahrzeugteile entdeckt, die für das Hochgehen einer Autobombe typisch wären.(APA)

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