Naama Bay, ein Taucherparadies

26. Juli 2005, 12:39
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Spektakuläre Unterwasserwelt und Bibelgeschichte auf dem Sinai

Sharm-el-Sheik/Wien - Die meisten Touristen, die Tauchurlaube in "Sharm el-Sheikh" unternehmen, wohnen tatsächlich im Schwesternort Naama Bay ein paar Kilometer nordöstlich auf der Sinai-Halbinsel. Denn in der kleinen Stadt "Sharm" in der Bucht Sharm el-Maya selbst gibt es weit weniger Hotels, nur einen kleinen Freizeithafen und einen Bazar.

Die idyllische Bucht von Naama hat sich in den vergangenen Jahren dagegen zu "dem" Urlaubsgebiet auf dem Sinai schlechthin entwickelt: mit riesigen Hotelkomplexen, Einkaufszentren, Banken und insgesamt einer kompletten Infrastruktur eines modernen Touristenzentrums. An der von Dattelpalmen gesäumten Strandpromenade liegen elegante Restaurants und die typischen Open-Air-Cafes. Nachtschwärmer locken Discotheken und Casinos.

Angelpunkt aller Aktivitäten in dem Gebiet sind aber seit Jahrzehnten die Tauchbasen - kein Wunder: Die gesamte Region rund um die Südspitze der Sinaihalbinsel vom Unter- und Überwasser-Naturpark Ras Mohammed bis hinauf nach Dahab im Nordosten gilt als eines der schönsten Korallengebiete der Erde mit einer reichen Vielfalt an bunt-pittoresken Meerestieren, von Weich- und Hartkorallen über Langusten, Fische aller Arten bis zu seltenen Meeresschnecken. Spektakuläre Begegnungen der Taucher mit giftigen Stein- und Rotfeuerfischen, majestätischen Mantas, grimmig aussehenden Barrakudas und - natürlich - Respekt einflößenden, gleichwohl meist völlig harmlosen Haien sind quasi an der Tagesordnung.

Naama Bay liegt schräg gegenüber der Insel Tiran - in der Meeres"-Straße von Tiran" Richtung Golf von Aqaba befinden sich einige der bekanntesten Riffe der Region, darunter das Jackson und das Woodhouse Reef sowie die Tauchplätze Lagoon und Ras Nasrani. Die Tauchboote fahren aber natürlich auch zu den Tauchplätzen südlich von Naama Bay, vor allem im Gebiet des Nationalparkes Ras Mohammed sowie darüber hinaus zu den beiden berühmten Wracks der "Dunraven" und der "Thistlegorm" in der Straße von Gubal, die in den Golf von Suez übergeht.

Trotzdem bietet die Region auch über Wasser Einiges an historisch-touristischen Attraktionen - schließlich hat Moses der Bibel zufolge auf dem Gebel Musa, dem Berg Sinai, die Zehn Gebote von Gott empfangen. Hauptattraktion auf der Halbinsel ist sicher der Mosesberg (2.285 m) mit zwei Aufstiegsrouten - drei Stunden über einen Kamelpfad oder eineinhalb Stunden über die Route Sikket Sajidna Musa ("Weg unseres Herrn Mosss"), die zwar kürzer, aber deutlich anstrengender ist, muss man doch 3.750 steile Granitstufen überwinden ("Stufen der Reue").

In der Nähe befindet sich das griechisch-orthodoxe Katharinenkloster aus dem 6. Jahrhundert. Es wurde der Überlieferung nach im 10. oder 11. Jahrhundert von der Hl. Katharina geweiht. Der Standort der beeindruckenden Anlage wurde laut christlicher Überlieferung genau an jenem Ort gewählt, an dem Gott zu Moses aus einem brennenden Dornbusch gesprochen hatte. (APA)

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