Reaktionen: Weltweites Entsetzen

26. Juli 2005, 12:39
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Italiens Senatspräsident: "Dem Westen wurde der Krieg erklärt" - Rice verurteilt Anschläge - Chirac betont Entschlossenheit

Nagoya/Rom/Jerusalem - Die US-Regierung hat die Terroranschläge in dem ägyptischen Ferienort Sharm el-Sheikh am Samstag auf das Schärfste verurteilt. Die US-Regierung stehe bereit, Ägypten bei der Hilfe für die Opfer und der Suche nach den Tätern zu helfen, teilte Präsidentensprecher Scott McClellan mit.

Präsident George W. Bush habe am Morgen mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak gesprochen und persönlich sein Beileid übermittelt. "Die USA stehen in diesem Moment nationaler Trauer fest an der Seite des ägyptischen Volkes", hieß es in der Erklärung des Weißen Hauses. "Zusammen mit dem Rest der zivilisierten Welt werden wir den Kampf gegen diese globale Plage gewinnen."

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Rice verurteilt Anschläge US-Außenministerin Condoleezza Rice hat die Anschläge im ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh scharf verurteilt. "Unsere Gedanken und Gebete gelten den Familien und den unschuldigen Opfern aus vielen Nationen, denen bei diesem sinnlosen Angriff Leid geschah", sagte Rice am Samstag in einer kurzen Erklärung in Jerusalem. Die USA würden "in dieser schwierigen Zeit" ihrem Verbündeten Ägypten beistehen, betonte Rice. Die Ministerin hält sich zurzeit zu einem dreitägigen Besuch im Nahen Osten auf, um mit Palästinensern und Israelis Gespräche über den bevorstehenden Rückzug aus dem Gaza-Streifen zu führen. Am Samstag sollte sie in Ramallah mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas zusammentreffen.

Nach der Anschlagsserie in dem beliebten ägyptischen Badeort bot Israel der Regierung in Kairo ihre Unterstützung an. Einheiten der israelischen Armee seien in Alarmbereitschaft versetzt worden, um gegebenenfalls bei der Versorgung der Verletzten zu helfen, verlautete aus Armeekreisen. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums starb bei den Anschlägen mit mehr als 75 Toten auch mindestens ein Israeli. Rund 10.000 Israelis machen den Angaben zufolge zurzeit auf dem Sinai Urlaub. Trotz der Anschläge sei bisher keine Anweisung zur Evakuierung der Touristen erteilt worden, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Im Oktober 2004 waren bei drei Autobombenanschlägen in dem Urlaubsort Taba auf dem Sinai 34 Touristen getötet worden, unter ihnen zahlreiche israelische Urlauber.

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Der französische Präsident Jacques Chirac (UMP) hat am Samstag die Terroranschläge im ägyptischen Sharm el-Sheikh, die mehr als 75 Todesoper forderten, darunter zahlreiche ausländische Urlauber, verurteilt. Chirac äußerte in einer Aussendung die "tiefe Solidarität Frankreichs mit dem ägyptischen Volk und seinem Präsidenten Hosni Mubarak" und betonte "die absolute Entschlossenheit Frankreichs, gegen diese Plage zu kämpfen".

In der Aussendung äußerte Chirac, der sich auf dem Rückflug aus Madagaskar befand, den Familienangehörigen der Opfer sein Beileid. Der französische Präsident "verurteilt nachdrücklich diese Attentate und bestätigt die absolute Entschlossenheit Frankreichs, überall gegen diese Plage zu kämpfen, die der Terrorismus ist, den nichts rechtfertigen kann".

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"Empörung und Entsetzen" in Italien

Italien hat mit "Empörung und Entsetzen" auf die Anschläge in Sharm el-Sheikh reagiert und eine verstärkte Zusammenarbeit der Staaten im Kampf gegen den Terror gefordert. "Das Herz ist mir schwer angesichts der zerstörerischen Intensivierung der terroristischen Attentate, die von einem erbarmungslosen Willen, Tod zu verbreiten, gesteuert werden", schrieb der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi am Samstag in einem Telegramm an den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak.

"Italien betont erneut seine Unnachgiebigkeit im Kampf gegen den Terrorismus und im Widerstand gegen den Zusammenstoß zwischen den Kulturen, den der Terror mit unglaublicher Grausamkeit verfolgt." Neben den bereits eingeleiteten Vorsichtsmaßnahmen sei es unvermeidlich, auch den gemeinsamen Einsatz der Staaten und Völker zu verstärken, "um so viel Grausamkeit von der Wurzel an zu vernichten", betonte Ciampi.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi betonte in einer Aussendung, die italienische Regierung bekräftige die getroffenen Maßnahmen, um die Sicherheit der italienischen Bürger zu garantieren sowie das internationale Engagment zur Bekämpfung dieser "schwerwiegenden Gefahr für den Frieden, die Freiheit und die Demokratie", die der Terrorismus darstelle. Das Blutbad von Sharm el-Sheikh bestätige, "dass wir mit einer barbarischen Intensivierung der Todesaktionen des fundamentalistischen Terrorismus konfrontiert sind". Es sei immer offensichtlicher, dass der Wille bestehe, wehrlose Bürger aus der ganzen Welt ohne Unterschied zu treffen.

Bei den jüngsten Anschlägen in Sharm el-Sheikh ist mindestens ein Italiener ums Leben gekommen.

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Nach Ansicht des italienischen Senatspräsidenten Marcello Pera ist dem Westen der Krieg erklärt worden. "Das vom Terrorismus verursachte Morden, das sich aus religiösem Fanatismus speist, hat sich von Großbritannien nach Ägypten ausgebreitet. Das bedeutet, dass dem Westen und auch jenen Ländern wie Ägypten, die mit dem Westen normale Beziehungen unterhalten und zusammenarbeiten wollen, ein Krieg erklärt worden ist. Ich denke, dass dieser Krieg von langer Dauer und schwierig werden wird, aber wir werden sicher siegen", erklärte Pera bei der Besichtigung des italienischen Pavillons der Weltausstellung in Aichi.

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Die irakische Regierung hat Kairo ihre Solidarität versichert. "Wir wünschen den ägyptischen Streitkräften Erfolg bei der Bekämpfung des Krebsgeschwürs Terrorismus, das den Frieden der gesamten Welt bedroht", hieß es in einer Stellungnahme, die das Büro des irakischen Ministerpräsidenten Ibrahim al-Jaafari am Samstag veröffentlichte. "Alle Regierungen und verantwortungsbewussten Menschen in der Welt sollten den Terrorismus verurteilen und zusammenstehen, um ihn zu bekämpfen."

In Sharm el-Sheikh explodierten in der Nacht zum Samstag drei Autobomben. Nach jüngsten Angaben kamen 75 Menschen ums Leben, über 100 wurden verletzt.

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"Terror kann kein Mittel zur Lösung von Konflikten sein", erklärte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) heute, Samstag, angesichts der schrecklichen Anschläge in Sharm el-Sheik. Schüssel verurteilte in einer der APA übermittelten Stellungnahme die Anschläge, bei denen zahlreiche unschuldige Menschen und Touristen ums Leben kamen.

Schüssel hielt fest, dass man sich durch die neuerlichen Anschläge nicht einschüchtern lassen werde. "Wir werden uns dem Terror nicht beugen und uns dem Kampf gegen den Terror gemeinsam stellen", so Schüssel. (APA/dpa/ANSA)

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