Klagenfurt: 16-Jähriger rastete wegen verschwundenem Laptop aus

25. Juli 2005, 16:17
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Unbeteiligtes Mädchen mit Messer am Hals schwer verletzt und Finger abgehackt - 16-Jährige wurde notoperiert

Klagenfurt - Ein 16-jähriger Klagenfurter rastete Freitagabend in einem Lokal aus, weil ihm sein Laptop abhanden gekommen war. Er attackierte einen Freund und dannach eine 16-jährige Friseurin, die zufällig vor dem Lokal vorbeiging. Der Jugendliche fügte ihr mit einem Messer schwere Halsverletzungen zu und hackte ihr einen Finger ab.

Zorn wegen verschwundenem Laptop

Der Jugendliche beschuldigte einen anderen Jugendlichen, für das Verschwinden seines Computers verantwortlich zu sein und verletzte ihn mit einem Messer am Hals. Danach attakierte er ein vollkommen unbeteiligtes, 16 Jahre altes Mädchen, das zufällig vor dem Lokal vorbeiging. Er fügte ihr schwere Stichverletzungen am Hals zu und durchstach ihr den Arm, dann hackte er ihr einen Finger ab, zwei weitere Finger wurden fast vollkommen durchtrennt.

Erst Stunden später festgenommen

Danach flüchtete der 16-Jährige mit einem zweiten Jugendlichen. Erst gegen 2.00 Uhr früh wurde der Jugendliche in der Wohnung eines Freundes von der Polizei festgenommen. Er leistete keinen Widerstand. Die Tatwaffe ist verschwunden. Es dürfte es sich dabei um ein Buschmesser handeln. Der Jugendliche hat sie vermutlich bei der Flucht weggeworfen oder versteckt. Der 16-Jährige war der Polizei wegen Körperverletzungen und Raub bereits bekannt.

Schock und Dauerschäden für das Opfer

Das 16-jährige Mädchen wurde ins Landeskrankenhaus gebracht und notoperiert. Nach Angaben der Ärzte wird das Mädchen Dauerschäden davontragen.

Der plastische Chirurg Günther Rainer vom LKH Klagenfurt sagte nach der Operation an der Patientin, es sei nicht sicher, dass ihre Hand wieder gut genug funktionieren werde, um ihren Beruf weiter ausüben zu können. Es sei zwar gelungen, die Finger wieder anzunähen, Folgeschäden seien aber sicher zu erwarten. Rainer: "Man kann sagen, das sicher auch funktionelle Schäden bleiben werden." Der Patientin gehe es den Umständen entsprechend recht gut, allerdings stehe sie nach wie vor unter Schock.

Über den Hergang der Taten gibt es noch widersprüchliche Darstellungen. Der mutmaßliche Täter wird von der Polizei weiterhin verhört. (APA)

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