Weniger Neid auf Manager

8. Mai 2006, 14:00
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Entscheidungsbefugnis und Verantwortung seien die hervor­stechendsten Manager-Merkmale. Dennoch würden nur wenig mit ihnen tauschen wollen

Erstmals seit 1983 wurde vom Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) in Zusammenarbeit mit Trimedia das Image heimischer Manager untersucht. Dabei falle - so die Studienergebnisse - auf, dass die grundlegenden Image-Dimensionen seit 22 Jahren gleich geblieben seien (siehe Grafik): Entscheidungskompetenz bei wesentlichen betrieblichen Fragen, hohe persönliche Verantwortung, Weisungsrecht, aber auch längere Arbeitszeiten würden heute noch von rund 60 Prozent der 500 befragten Nichtmanager als typisch bezeichnet.

Manager überzeugten mit Fachwissen und Persönlichkeit: Für 85 Prozent der Befragten stehe die hohe Einsatzbereitschaft außer Zweifel - gefolgt von "Fachwissen", "starke Persönlichkeit", "Entscheidungsfreudigkeit" und der "Fähigkeit, Konflikte durchzustehen" mit jeweils knapp 80 Prozent Zustimmungsquote. Mit rund 70 Prozent würden die Kategorien "Weitblick", "Aufgeschlossenheit", "Lernbereitschaft" und "Zufriedenheit mit der beruflichen Situation" bewertet. Grundsätzlich werde Managern mehr Lösungskompetenz zugetraut als Politikern oder der Gewerkschaft. Und das auch, wenn Gewerkschaften bei der Sicherung von Arbeitsplätzen heute mehr Bedeutung zugetragen werde.

Während der berufliche Einsatz der Manager - laut Umfrageergebnissen - wohl mit dem Verzicht auf Privatleben bezahlt werden müsse (diese Ergebnisse seien seit 1983 weit gehend gleich geblieben), sei der Neid auf Dienstauto, Gehalt und Privilegien aller Art zurückgegangen. 2005 allerdings sei man im Vergleich zu 1983 verstärkt der Meinung, Manager residierten in anspruchsvoll ausgestatteten Büros.

68 Prozent sagen Nein

Trotz grundsätzlich positiven Images des Managerberufes würde der Großteil der Befragten nicht tauschen wollen. Mit exakt 68 Prozent ist dieser Anteil seit 22 Jahren sogar gleich geblieben. Allerdings gebe es 2005 mit 18 Prozent mehr "Tauschwillige" (1983: elf Prozent). Wobei hier wiederum der Anteil der Männer - vor allem im Alter zwischen 30 und 39 Jahren - deutlich höher sei als jener der Frauen. Auffällig sei die hohe Job-Attraktivität in der Gruppe der Maturanten, so die Studie.

Stress, Verantwortung, mangelnder Ehrgeiz und der Verlust des Privatlebens könnten durch Attraktivitätsfaktoren des Managerberufes wie Geld, interessante Herausforderungen und Prestige nicht ausgeglichen werden, so die Befragten. (haa, Der Standard, Printausgabe 23./24.7.2005)

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