"Mehr Wertschöpfung mit weniger Ressourcen"

30. August 2006, 10:18
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Ein dominanter Trend ist das Auslagern des Personalwesens (HR) in Österreich nicht, wie eine aktuelle Studie beweist

Bereits vor zwei Jahren prophezeite die Gartner Group Outsourcing als Megatrend, so die Kienbaum HR-Studie 2005 "Outsourcing von Personalfunktionen in Österreichs Top Unternehmen". Die Frage, inwieweit dieser Trend auch in heimische Personalabteilungen vorgedrungen ist, machten die Experten zum Umfrage-Inhalt. Befragt wurden Firmen mit Sitz in Österreich und ausländische Konzerne mit österreichischen Niederlassungen. Dominant sei das HR-Outsourcing als Trend in österreichischen Firmen nicht, so das erste Fazit. Zwar habe mit 35 Prozent jedes dritte Unternehmen von Outsourcing in der Personalarbeit Gebrauch gemacht, die verbleibende Mehrheit von 65 Prozent allerdings nicht. Unter den ausgelagerten Leistungen (siehe Grafik) zählten Lohn- und Gehaltsabrechnung, HR-IT-Systeme und Personalbeschaffung mit jeweils 36 Prozent zu den Spitzenreitern. 21 Prozent der Outsourcing-Erfahrenen würden die Bereiche Personalentwicklung und Reise- bzw. Reisekostenabrechnung an Dritte abgeben, so die Studienergebnisse. Car Pool, Safety, Security, Health, Training und Lernportale - unter der Rubrik "Sonstige" fallend - wurden mit 21 Prozent ebenfalls zu den outgesourcten Leistungen gezählt. Fokus: Administration Nur fünf Prozent der befragten Unternehmen hätten konkrete Outsourcing-Pläne (siehe Grafik). Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, keine HR-Bereiche auslagern zu wollen, bzw. rund ein Viertel davon, keine weiteren Outsourcing-Pläne zu verfolgen. Jedes vierte Unternehmen hätte Informationen vorliegen, sei aber noch unentschlossen, so die Studie. "Es wird deutlich, dass HR-Outsourcing als ein strategischer Ansatz verstanden wird, um die zentrale Herausforderung ,Mehr Wertschöpfung mit weniger Ressourcen' zu bewältigen", so die Experten von Kienbaum Management Consultants. Unter jenen, die eine Auslagerung personalwirtschaftlicher Leistungen durchführen oder planen, wurden Kostensenkung (44 Prozent) und Konzentration auf wertschöpfendes Personalmanagement (44 Prozent) als Ziele genannt - Maßnahmen, die mit der Erwartung verknüpft seien, die Personalbereiche administrativ zu entlasten, so die Experten. Im Fokus stünden hier die Reduktion der Headcounts und Qualitätsverbesserung. Für die Personalentscheider seien zunächst Prozessoptimierung (45 Prozent), Shared Services wie etwa Abrechnung auf Konzernebene (30 Prozent) und Neuausrichtung des Personalbereiches (20 Prozent) prioritär. Nicht zuletzt gebe es - so die Studie - für die Befragten zu wenige Outsourcing-Dienstleister oder nur solche, die einzelne Bereiche abdecken würden. (Der Standard, Printausgabe 23./24.7.2005)
Von Heidi Aichinger

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