Höher, schöner, stärker, langsamer

24. Juli 2005, 21:13
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Burgenlands erster Windpark wird renoviert

Zurndorf - Burgenlands erster Windpark, der in Zurndorf, wird von Grund auf umgestaltet. Zehn der 14 Windräder werden durch drei neue ersetzt. An der Gesamtleistung von knapp sieben Megawatt wird sich allerdings nur wenig ändern, die neuen Windmühlen bringen mit zwei Megawatt nämlich das Vierfache der bisherigen Einzelleistung.

Die neuen Räder sind um rund 30 Meter höher als die alten. Das ergebe aber einen "ästhetischeren Eindruck", heißt es bei der Bewag, deren Tochter, die Austrian Wind Power, den Park betreibt. Außerdem drehe sich der 71 Meter messende Rotor deutlich langsamer, was aus Vogelschutzgründen auch nicht unwichtig sei, zumal der Zurndorfer Windpark ja ohnehin in einem Gebiet steht, das sich in einer nachträglich erstellten Studie als diesbezüglich eher ungeeignet herausgestellt hat. Das rund sieben Millionen teure Tauschprogramm läuft unter dem Codenamen "Re-Powering", was insofern auf der Hand liegt, als es von der deutschen Firma Enercon durchgeführt wird, die auch die alten Räder zurücknimmt.

Ob und wann auch andere Parks im Burgenland "re-powert" werden, will man nicht sagen. Grundsätzlich rechnet man mit einer Lebensdauer von 20 Jahren, wobei erst die letzten sieben jene sind, die Geld bringen. Jedenfalls nach dem Förderrichtsatz des alten Ökostromgesetzes.

Windmäßig hat man im Burgenland die Obergrenze schon erreicht. Demnächst wird in Potzneusiedl der letzte Park mit sieben Rädern errichtet. Dann wird sich, sagt Bewag-Sprecher Gerhard Altmann, die Bauenergie der Austrian Wind Power dem benachbarten Ausland zuwenden. Rechtzeitig zum Anlaufen des dortigen Ziel-1-Programms. (wei/DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.7.2005)

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