Südafrikas Opposition fordert Kreditverbot für Mugabe

31. Juli 2005, 14:05
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Kritik an Präsident Mbeki wegen Stillhaltens gegenüber Simbabwe

Johannesburg - Nach der Veröffentlichung eines kritischen UN-Bericht zu den staatlichen Zwangsvertreibungen in den simbabwesischen Armenvierteln hat die Opposition im Nachbarland Südafrika ein Kreditverbot für Präsident Robert Mugabe gefordert. Die südafrikanische Regierung müsse Mugabes Bitte um Finanzhilfe in Höhe von bis zu einer Milliarde Dollar ablehnen. Der Sprecher der Demokratischen Allianz (DA), Douglas Gibson, erklärte am Freitag: "Sicherlich haben Südafrikas diplomatische Stellvertreter in Simbabwe der Außenministerin und dem Präsidenten ähnliche Berichte gesandt; das macht das Schweigen der Regierung unhaltbar."

Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki hatte erklärt, er wolle vor einer Stellungnahme zu den Vertreibungen erst den Bericht der Vereinten Nationen abwarten. Wenn seine Antwort nun die Vergabe eines Milliardenkredits an Mugabe sei, erklärte Douglas, würde er damit die demokratische Welt schockieren. Mbeki steht schon seit längerem auch im Ausland unter Beschuss, weil er das Instrument des Kredits bisher nicht genutzt hat, um seinen umstrittenen Amtskollegen in Harare in die Schranken zu weisen.

Auch andere afrikanische Staats- oder Regierungschef haben die Massenvertreibungen nicht kritisiert. Sie haben freilich keine Handhabe wie Südafrika, dessen Kredit Simbabwe dringend brauchen würde. Die Afrikanische Union vertrat die Ansicht, es handle sich dabei um eine interne Angelegenheit eines souveränen Staates. (APA/dpa)

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