Simbabwe: Empörung über Zwangsräumung von Kirchen

25. Juli 2005, 16:17
posten

Obdachlose flüchteten nach Slum-Räumung in die Gotteshäuser - Menschen wurden in Transitlager gebracht

Stuttgart - Mit Empörung haben deutsche Hilfsorganisationen - "Brot für die Welt" und die Diakonie Katastrophenhilfe - auf die Vertreibung von Flüchtlingen aus ihrem Kirchenasyl in der simbabwesischen Stadt Bulawayo reagiert. "Den Opfern der eigenen Gewaltpolitik auch noch die humanitäre Hilfe und den Beistand der Kirchen zu verweigern, ist eine weitere schwere Verletzung der Menschenrechte seitens der Regierung in Simbabwe", erklärte die Direktorin der beiden Hilfsaktionen, Cornelia Füllkrug-Weitzel, am Freitag.

Menschen, die nach der gewaltsamen Zerstörung ihrer Stadtviertel vor zwei Monaten obdach- und mittellos geworden waren, hatten in Kirchengebäuden Zuflucht gefunden.

In den 17 Kirchen von Bulawayo waren rund 1200 Menschen untergekommen. Die simbabwesische Polizei hatte sie am Mittwoch und Donnerstag gezwungen, die Kirchen zu verlassen. Sie wurden auf Lastwagen geladen und in so genannte Transitlager gebracht. Im Zuge der Aktion waren auch Pfarrer vorübergehend festgenommen und bedroht worden. Trotz anders lautender Vereinbarungen wurde den Kirchenvertretern der Zugang zu den Transitcamps verwehrt, um den Menschen wenigstens Lebensmittel, Decken und Medikamente zu bringen. (APA/dpa)

Share if you care.