Europa: Positive Handelswoche

26. Juli 2005, 18:06
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Ein Kommentar von Alihan Karadagoglu und Jürgen Ulamecaus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die europäischen Börsen haben erneut eine positive Handelswoche hinter sich. Richtung bestimmend wirkten auf die Kurse neben den Quartalszahlen europäischer Unternehmen vor allem die US-Technologiewerte. Zudem löste die Angst vor neuen Anschlägen in London kurzfristig Turbulenzen aus, die Märkte konnten sich jedoch schnell wieder stabilisieren.

Im Fokus der Anleger

Im Stoxx-Branchenvergleich setzten sich Rohstofftitel (+4,7%) nach Analystenempfehlungen durch. Papiere der Lebensmittel- und Getränkehersteller rückten durch Fusionsmeldungen ebenfalls in den Fokus der Anleger, nachdem der britisch-südafrikanische Konzern SABMiller den Kauf der zweitgrößten Brauerei Lateinamerikas "Bavaria" angekündigt hatte. Zudem trieben erneute Übernahmespekulationen durch Pepsi Aktien von Danone massiv nach oben. Der Stoxx- Technologieindex musste dagegen unter enttäuschenden Geschäftszahlen vom Indexschwergewicht Nokia leiden. So meldete der weltgrößte Handyhersteller einen schwächeren Quartalsgewinn und einen bescheidenen Ausblick. Die Aktie von SAP entwickelte sich ebenfalls gegen den Markttrend. Die negativ aufgenommenen Geschäftszahlen und der nur bestätigte Ausblick des Softwareentwicklers für das laufende Jahr veranlassten Anleger, die mit einer Prognoseanhebung gerechnet hatten, zu Gewinnmitnahmen. Positiv aufgenommen wurde hingegen der Zwischenbericht von Ericsson. Der Telekomausrüster hob darüber hinaus die weltweite Wachstumsprognose für die Sparte Mobilfunknetzwerke leicht an. Die defensiven Pharmawerte präsentierten ebenfalls ein positives Gewinnbild. So meldeten nach Novartis nun auch Roche und Schering im Q2 Gewinnzuwächse und hoben zudem ihre Prognosen für das Gesamtjahr an. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück profitierte von einer, für seine US-Tochter American Re, deutlich geringeren Rückstellung, als zuvor erwartet wurde. Dadurch erfolgte auch eine Analystenhochstufung.

Höher als erwartet

Auf volkswirtschaftlicher Seite verzeichnete der ZEW-Konjunkturindikator für Deutschland und Euroland im Juli einen deutlich höheren Anstieg als erwartet. Grund hierfür waren trotz des hohen Ölpreises eine weiterhin solide weltweite Konjunkturentwicklung und der schwächere Euro. Wir erwarten für die nächste Woche aufgrund von zahlreichen Meldungen europäischer Unternehmen zum Q2 einen gemischten Handelsverlauf.

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