Roman Polanski gewinnt Verleumdungsprozess

23. Juli 2005, 21:44
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Regisseur erhält Entschädigung von 50.000 Pfund wegen Artikel in "Vanity Fair"

London - Der französische Filmregisseur Roman Polanski hat den Verleumdungs-Prozess gegen den Conde Nast-Verlag gewonnen. Ein Londoner Gericht sprach ihm am Freitag eine Entschädigung von 50.000 Pfund (71.932 Euro) zu.

In dem Verfahren ging es um einen Bericht des Magazins "Vanity Fair" vom Juli 2002. Darin wurde behauptet, Polanski habe im Sommer 1969 in einem New Yorker Restaurant mit einer "schwedischen Schönheit" angebandelt, kurz bevor seine ermordete hochschwangere Frau Sharon Tate beerdigt werden sollte. Tate war von Mitgliedern der mörderisch sektierenden Manson-Bande umgebracht worden.

Polanski nahm an dem Verfahren nicht selbst teil. Der 71-Jährige fürchtet, bei einer Reise nach Großbritannien an die USA ausgeliefert zu werden. Er war dort 1978 wegen Verführung einer 13-Jährigen verurteilt worden. Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, floh er damals von Los Angeles nach Paris; seitdem hat Polanski die USA nicht mehr betreten. So konnte er vor zwei Jahren auch den Oscar für das Holocaust-Drama "Der Pianist" nicht persönlich entgegen nehmen. Weil er französischer Staatsbürger ist, darf ihn Frankreich nicht ans Ausland ausliefern. (APA/AFP)

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    foto: reuter
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