Agrana: RCB revidiert Gewinnprognose nach unten

31. Juli 2005, 17:44
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Anlaufkosten für neues Steirerobst-Werk in Russland, höhere Rübenpreise in Osteuropa und Unsicherheit des Zuckerregimes belasten Ergebnis

Wien - Die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) haben ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr 2005/06 des heimischen Zucker-, Frucht- und Stärkekonzerns Agrana nach unten revidiert. Die neue Schätzung für den Gewinn je Aktie lautet auf 5,33 Euro, nach zuvor 5,56 Euro. Ebenfalls leicht um ein Prozent auf 6,10 Euro je Aktie gekürzt wurde die Gewinnerwartung für das Jahr 2006/07.

Die Analysten der RCB haben das Kursziel von 83 Euro und das Anlagevotum "Overweight" für die Aktien der Agrana heute dennoch bekräftigt. Kurzfristig sehen die Experten Aufwärtspotenzial für die Agrana-Anteilsscheine, nachdem die Aktienkursentwicklung im vergangenen Halbjahr deutlich hinter der Peer Group zurückgeblieben ist, geht aus der heute, Freitag, publizierten Agrana-Analyse hervor.

Wie im Vorjahr geht die RCB auch für das laufende Geschäftsjahr 2005/06 (per Ende Februar) von weiteren positiven Konsolidierungseffekten für die Agrana aus. Ab dem zweiten Quartal werden Atys und Dirafrost in der Bilanz voll konsolidiert, so dass sich der Umsatz um 50,4 Prozent auf 1,475 Mrd. Euro erhöhen werde, so die Analysten.

Margendruck

Dennoch sei ein gewisser Margendruck auf Grund von Anlaufkosten für das neue Steirerobst-Werk nahe Moskau sowie einer geringeren Auslastung des Werkes in der Ukraine zu erwarten. Zudem müsse die Agrana nun nach der EU-Erweiterung ihren Vertrags-Landwirten in Osteuropa den höheren EU-Mindestpreis für Zuckerrüben bezahlen.

Auf Basis einer normalen Rübenernte geht die RCB für das laufende Geschäftsjahr daher von einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 190,5 Mio. und einem Betriebsergebnis (EBIT) von 118,1 Mio. aus. Die Ergebnisschätzungen im Bereich Frucht seien angesichts der Geschäftsentwicklung bei Steirerobst "ambitioniert".

Darüber hinaus hätten die Unsicherheiten im Vorfeld der bevorstehenden Quotenreduktion im Zuge der EU-Zuckermarktreform, die bevorstehende Konsolidierung der Atys und die noch offene Übernahme der DSF zu einer Anpassung der Prognosen geführt. Die Analysten gehen nun von einem Nettogewinn in Höhe von 75,8 Mio. Euro aus. Die Schätzungen für die Dividende bleiben mit 2 Euro unverändert.

Das Agrana-Management erwartet für 2005/06 einen Umsatz von mehr als 1,4 Mrd. Euro. In Bezug auf Gewinne seien bis dato auf Grund des unsicheren Preistrends bei Zucker keine Prognosen veröffentlicht worden, heißt es in der Analyse. Ergebnisschätzungen für das Gesamtjahr sollen mit Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse abgegeben werden.

Die Papiere von Agrana notierten gegen 15 Uhr an der Wiener Börse unverändert bei 72,50 Euro. (APA)

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