Ungarns Ex-Premier Orban soll sich an Tokaier-Geschäft bereichert haben

25. Juli 2005, 15:29
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Abgeordneter: Sonderausschuss fand Hinweise auf dubiose Wein-Geschäfte

Budapest - Der ungarische Oppositionsführer Viktor Orban, Chef der rechtskonservativen FIDESZ, soll sich laut Vorwürfen der regierenden Sozialisten während seiner Amtszeit als Ministerpräsident (1998-2002) an dubiosen Geschäften mit Tokaier-Wein bereichert haben. Hinweise darauf hätten Untersuchungen eines parlamentarischen Sonderausschusses ergeben, erklärte der sozialistische Abgeordnete Zoltan Szabo am Freitag in Budapest.

Es sei erwiesen, dass die staatlich kontrollierte Tokaier-Handelsgesellschaft in der fraglichen Zeit viel mehr Staatsgelder bekommen habe als sonst und damit massenhaft minderwertigen Wein von Privatgütern aufgekauft habe. Orbans Ehefrau Aniko Levai war damals Miteigentümerin von Weingütern in der Tokaier-Region. Die Frage sei nun, ob nur der Aufkauf der Weinprodukte der zum Interessenkreis der Orban-Familie gehörenden Unternehmen vom Staat gefördert wurde, sagte Szabo. Der minderwertige Tokaier aus diesen Aufkäufen habe nur mit hohen Verlusten verkauft werden können.

Die Untersuchungen zu den Verstrickungen Orbans in das Geschäft mit dem bitter-süßen Tokaier, ein nationales Markenzeichen Ungarns, hatte Monate zuvor die führende ungarische Literaturzeitschrift "Elet es Irodalom" (ES) ins Rollen gebracht. Nach den Recherchen von ES soll sich Viktor Orban als Regierungschef an geschäftlichen Entscheidungen in der Wein-Firma seiner Frau beteiligt haben. (APA/dpa)

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    Viktor Orban soll sich an dubiosen Geschäften mit Tokaier-Wein bereichert haben.

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