Adeg expandiert und nimmt Verluste in Kauf

29. Juli 2005, 20:39
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Gruppen-Verlust 2004 bei 2,2 Millionen Euro - Filialbereich mit 11,8 Millionen Euro Minus am stärksten betroffen - 21 neue Filialen 2005

Wien - Die Adeg-Gruppe, Nummer drei in der österreichischen Handelslandschaft, arbeitet intensiv an ihrem Expansionskurs und nimmt dafür auch Verluste in Kauf. Ab 2007 hofft Firmen-Boss Hubert Pfenninger wieder schwarze Zahlen schreiben zu können. 2004 war die Bilanz mit 2,2 Mio. Euro negativ, auch heuer und im nächsten Jahr "wird die Strukturbereinigung fortgesetzt", was das Ergebnis weiter belaste, sagte Pfenninger am Freitag im Gespräch mit der APA.

Neues Zentrallager

Den Verlust in der Bilanz 2004 verteidigte der Vorstand mit einem Verweis auf Auslaufkosten für stillgelegte Märkte sowie auf Investitionen in ein neues Zentrallager in Spittal/Drau in Höhe von 4,1 Mio. Euro, wodurch das Sortiment um 3.000 neue Artikel erweitert wurde. "Ergebniswirksam" waren laut Pfenninger zudem die Kosten für die im Oktober 2004 gestartete Expansion der Adeg Österreich. Allein im vierten Quartal seien 15 neue Standorte eröffnet worden, die einen erheblichen Finanzierungsbedarf mit sich brachten.

Die Früchte dieser Investitionen können freilich erst mittelfristig geerntet werden, gibt sich Pfenninger realistisch. Daher rechnet man bei der Adeg heuer und wahrscheinlich auch im nächsten Jahr mit einem Verlust in der Bilanz. "Ab 2007 wollen wir aber schwarze Zahlen schreiben", betonte der Vorstand.

Ein tiefes Loch in die Ergebniszahlen hat der Filialbereich gerissen, der einen Verlust von 11,8 Mio. Euro eingefahren hat, bestätigte Pfenninger einen entsprechenden Bericht des "Format" (aktuelle Ausgabe). In der Filialschiene - der Adeg Markt GmbH, sind jene 146 Geschäfte zusammengefasst, die nicht von selbstständigen Kaufleuten, sondern von der Adeg selbst betrieben werden. Inklusive Großhandel mit den 676 selbstständigen Kaufleuten, die Gewinne schreiben, und den AGM-Cash & Carry-Märkten konnte der Verlust in der Gruppe auf 2,2 Mio. Euro reduziert werden. Der Adeg-Umsatz ist 2004 wie berichtet um 1,2 Prozent auf 1,64 Mrd. Euro gesunken.

"Altlasten"

Neben dem Aufbau neuer Standorte und der Vorbereitung zur Übergabe an einen selbstständigen Kaufmann diene die Adeg Markt auch oft als Auffanggesellschaft für in Schwierigkeiten geratene Standorte. Auch "Altlasten aus dem alten Jahrtausend" seien dort geparkt. All dies belaste das Ergebnis der Gesellschaft, so Pfenninger: "Ziel der Adeg Markt ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Sicherung zukunftsträchtiger Standorte", betonte der Vorstand.

Indes arbeitet die Adeg-Gruppe intensiv an der Errichtung neuer Supermärkte und forciert parallel die Modernisierung und Erweiterung bestehender Standorte. Bis Dezember 2005 stehen 21 Standortprojekte auf der Umsetzungsliste. Der Schwerpunkt der Neueröffnungen liege in Niederösterreich. Adeg knüpfe damit an die Herbstoffensive 2004 an, bei der in drei Monaten 15 neue Adeg/Edeka aktiv-Märkte öffneten. In Summe beträgt der Verkaufsflächenzuwachs mehr als 11.000 m2.

Erfolgreiche Kampagne

Der Strategie von Adeg folgend mit dem Schwerpunkt auf den selbstständigen Kaufleuten werde auch die "Weitergabe von Filialen an junge dynamische Kaufleute" ungebremst forciert, so Pfenninger. 2004 waren es neun Geschäfte, die privatisiert wurden.

Sehr erfolgreich laufe die im Vorjahr gestartete Werbekampagne "110 Jahre Adeg". Der Konsument wisse es zu schätzen, dass die Adeg bei den Rabattschlachten der beiden großen im heimischen Handel nicht mit mache, so Pfenninger zur APA.

Die Adeg Österreich AG mit Sitz in Bergheim bei Salzburg befindet sich seit Ende 2001 zu 75 Prozent im Besitz des deutschen Lebensmittel-Marktführers Edeka. In der Gruppe sind 5.761 Mitarbeiter beschäftigt. Für 2005 erwartet der Adeg-Vorstand eine Umsatzverbesserung gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2005 weisen die selbstständigen Kaufleute ein Plus aus, der Filialbereich liege auf Vorjahresniveau. (APA)

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    Bis Dezember 2005 stehen bei Adeg 21 Standortprojekte auf der Umsetzungsliste, der Schwerpunkt liegt in Niederösterreich.

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