Neuwahlentscheidung trifft auf überwältigende Zustimmung

25. Juli 2005, 18:23
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Nur zehn Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus

Köln - Die Entscheidung des deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler, vorgezogene Neuwahlen anzusetzen, ist auf überwältigende Zustimmung der Wähler gestoßen. Eine vom Fernsehsender RTL am Freitag veröffentlichte Umfrage des Instituts Forsa unter 1.024 Bürgern ergab unabhängig von Parteipräferenz und Alter eine Zustimmung von mindestens 80 Prozent der unmittelbar nach der Ansprache Köhlers am Donnerstagabend Befragten.

Laut Forsa halten durchschnittlich 86 Prozent der Wähler die Entscheidung des Bundespräsidenten für richtig, wobei die Zustimmung in West und Ost mit 86 beziehungsweise 85 Prozent nahezu gleich hoch ist. Die 18- bis 29-Jährigen sind zu 86 Prozent für Neuwahlen, die Älteren von 60 Jahren an sogar zu 91 Prozent. Wähler von SPD und Grünen bejahen die Entscheidung Köhlers zu 85 beziehungsweise 80 Prozent, die Unionssympathisanten sogar zu 93 Prozent. FDP- und PDS-Anhänger befürworten Neuwahlen zu jeweils 88 Prozent. Unter allen Befragten hält laut Forsa nur eine kleine Minderheit von zehn Prozent die Entscheidung für falsch.

In einer vor Köhlers Ansprache am Donnerstagnachmittag vorgenommenen Umfrage des ARD-DeutschlandTrends hatten sich bereits 78 Prozent der Deutschen dafür ausgesprochen, den Bundestag aufzulösen und neu zu wählen. Nur 15 Prozent lehnten dies ab. Auch diese Erhebung ergab, dass der Konsens durch alle politischen Lager geht, wobei die höchste Zustimmung mit 87 Prozent bei den Anhängern der Union ermittelt wurde. Nur eine Minderheit der Deutschen (17 Prozent) rechnet damit, dass das Bundesverfassungsgericht die Neuwahlen noch stoppen wird. Insgesamt wurden von Infratest-Dimap 1.000 Personen befragt. (APA/AP)

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