Arbeit an Impfstoff gegen BSE macht Fortschritte

26. Juli 2005, 19:03
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In Versuchen mit infizierten Mäusen konnte deren Überlebenszeit verdoppelt werden - Symposium zum Forschungsfeld in Wien

Wien - Über Fortschritte in der BSE-Forschung - etwa Impfstoffe und einen erst jüngst präsentierten Lebendtest - berichten Wissenschafter bei einem gemeinsamen Symposium der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)in Wien. Zu den heißesten Themen zählen etwa erste Erfolge mit Impfstoffen, die von amerikanischen Forschern entwickelt wurden, so Kongress-Mitorganisator und BSE-Experte Gottfried Brem von der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW).

Auslöser oder Symptom?

Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) oder im Volksmund Rinderwahnsinn genannt, ist eine besondere Herausforderung für die Wissenschaft. Ebenso wie die beim Menschen vorkommenden Creutzfeldt-Jakob-Krankheit wird sie nicht durch Bakterien oder Viren, sondern Eiweißkörper - so genannte Prionen - ausgelöst. Lange wurde gerätselt, ob die Krankheit tatsächlich von den Prionen verursacht wird, oder ob diese nur ein Symptom sind.

Tatsächliche Ursache

Mittlerweile hat sich die Prionen-Hypothese allerdings weitgehend bestätigt. "Es ist gelungen, Mäuse mit künstlich hergestellten Prionen zu infizieren, das spricht dafür, dass die Eiweiße tatsächlich die Ursache sind", so Brem. Bei künstlich hergestellten und gereinigten Substanzen sei die Gefahr gebannt, dass sich doch unbemerkt Viren in die Versuche einschleichen.

Überlebenszeit verlängert

Noch ist man weit davon entfernt, dass man Kühe einfach gegen BSE impft und jede Gefahr ist gebannt. Aber in den Labors beginnen die Arbeiten langsam zu greifen. So ist es gelungen, Mäuse so weit mittels eines Impfstoffes zu immunisieren, dass deren Überlebenszeit nach einer BSE-Infektion doppelt so lange wurde wie normal, konkret 400 statt 200 Tage.

Gentechnisch veränderte Bakterien

Da bekannt ist, dass Prionen über den Darm aufgenommen werden, setzt auch der Impfstoff dort an und fängt die Eiweißkörper bereits dort ab. Die Basis sind gentechnisch veränderte Bakterien, welche ein Antigen gegen die Prionen produzieren.

Zuverlässiger Test

Für Aufsehen hat ein erst jüngst präsentierter Lebendtest für BSE gesorgt. Entwickelt wurde er von Bertram Brenig (Göttingen, Deutschland), er weist einen Veränderung im Körper von an BSE erkrankten Tieren und nicht direkt den Erreger nach. Der Test greift bereits in einem frühen Stadium der Krankheit und hat sich in einem Großversuch als zuverlässig erwiesen. (APA)

Link

BSE - Status quo und Quo vadis
Symposium in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, A-1010 Wien
am 25.7. und 26.7.
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hauptthema der in Wien stattfindenden Tagung ist der Fortschritt amerikanischer Forscher mit BSE-Impfstoffen.

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