Ruanda: Erzbischof von Kigali soll über Genozid von 1994 aussagen

Redaktion, 25. Juli 2005 11:34
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    Foto: apa/efe/pino

    Thaddee Ntihinyurwa, Erzbischof von Kigali

Massaker in der Diözese Thaddee Ntihinyurwas - Debatte über Rolle der Kirche

Kigali - Der katholische Erzbischof von Kigali, Thaddee Ntihinyurwa, ist als Zeuge vor ein ruandisches Volksgericht geladen worden, das die Verbrechen des Völkermords von 1994 untersucht. Wie die BBC berichtet, soll der Erzbischof über die 1994 in seiner Diözese verübten Massaker in dem Dorf Nyamasheke Auskunft geben. Augenzeugen hätten ihn dem Gericht als aussagekräftigen Zeugen genannt.

Nach UN-Angaben kamen bei dem Völkermord von 1994 in dem ostafrikanischen Staat rund 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu ums Leben. In vielen Orten suchten damals bedrohte Tutsi Zuflucht in Kirchen und Pfarrzentren. In den vergangenen Jahren waren in Ruanda und in Belgien mehrere Priester und Ordensleute wegen angeblicher Mitwirkung an Massakern angeklagt und zum Teil verurteilt worden.

Rolle der Kirche

Beobachter erwarten, dass die Befragung des Erzbischofs vor einem der seit Jahresbeginn eingerichteten Volksgerichte in Ruanda die Debatte über die Rolle der Kirche während des Völkermords neu entfachen wird. Die derzeitigen Machthaber in Kigali stehen zum größten Teil der katholischen Kirche ablehnend gegenüber. Hochrangigen Kirchenvertretern werden systematisch enge Verbindungen mit den Drahtziehern der generalstabsmäßig durchgeplanten Massaker von 1994 vorgeworfen. Der Vatikan hat zur Kenntnis genommen, dass einzelne Kirchenleute an Verbrechen beteiligt waren, lehnt eine pauschale Verurteilung aber ab.

Das System der Volksgerichte in Ruanda wurde 2002 auf den Weg gebracht, um die offizielle ruandische Justiz zu entlasten. Mehr als zehn Jahre nach dem Völkermord ist nur ein geringer Teil der Verdächtigen abgeurteilt. Nach Schätzungen sind derzeit immer noch mehr als 80.000 Tatverdächtige in Haft. Beobachter rechnen damit, dass durch die Verfahren auch mehrere hunderttausend "kleine Täter" entdeckt werden, die Hinweise an die mordenden Hutu-Milizionäre gaben, plünderten oder sich selbst an den Morden beteiligten. (APA)

Tets
22.07.2005 15:33

"Der Vatikan hat zur Kenntnis genommen, dass einzelne Kirchenleute an Verbrechen beteiligt waren, lehnt eine pauschale Verurteilung aber ab."

Spürt ihr die Warmherzigkeit ? Das Mitgefühl ? Das Verantwortungsgefühl ? Ich find die katholische Kirche voll toll ! Waren ja nur ein paar von ihnen dabei - stimmt ! Ich mein wegen jeder Kleinigkeit wird an der katholischen Kirche herumgemeckert, aber diese Gedanken überstehen jede Zeit ! In wahrlich glorreichen Zeiten ist die einzig wahre Religion schon aufgelebt, Sklaverei, Leibeigenschaft, Glaubenskriege, Kreuzzüge, Inquisition, Faschismus, Diktatur, und jetzt wieder ein neues Kapitel. Man bedenke stets es waren nie alle dabei !
Der Glaube aber, der aber ist in allen und der Übersteht.

larand
22.07.2005 17:23
vatikan

Der vatikan lehnt grundsaetzlich alles ab was nicht seinen interessen hilft.
in fast jedem land in dem gemordet wird schaut die kirche zu.
nur bei sachen die sie nichts angeht meldet sie sich lautstark.
z.b.keine verhuetungsmittel in afrika ist ja unmenschlich zu verhueten. besser 1000ende kinder sterben lassen .
eine eigenartige einstellung

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