52 Häftlinge im Hungerstreik

22. Juli 2005, 17:44
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Protest gegen Inhaftierung und "unmenschliche Bedingungen in Guantanamo"

Washington - Im US-Hochsicherheitsgefängnis von Guantánamo Bay sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums 52 Gefangene in einen Hungerstreik getreten. Die Männer hätten bereits neun Mahlzeiten verweigert, sagte eine Pentagonsprecherin am Donnerstag. Die Männer würden ärztlich überwacht und, wenn nötig, künstlich ernährt oder in ein Krankenhaus eingeliefert.

Nach Angaben der Bürgerrechtsbewegung "Center for Constitutional Rights" in New York protestieren die Häftlinge gegen ihre unbefristete Haft und "unmenschlichen Haftbedingungen". In dem betroffenen Camp 5, das von Besuchern nicht betreten werden dürfe, seien 100 Häftlinge untergebracht.

Die Häftlinge hätten einen Hungerstreik bis zum Tod angedroht, falls ihre Forderungen nicht erfüllt würden, heißt es weiter. Die Hungerstreikenden verlangten unter anderem, dass sie faire Verfahren mit angemessener juristischen Vertretung erhalten, mehr und besseres Essen bekommen und außerdem an das Tageslicht gehen können. Darüber hinaus forderten sie Kontakt zu ihren Familien.

Anfang der Woche hatten zwei aus der Haft entlassene Afghanen berichtet, dass mehr als 100 der Gefangenen im Hungerstreik seien.

Auf dem Stützpunkt auf Kuba sind nach Angaben des Pentagon rund 510 mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida oder der afghanischen Taliban-Milizen inhaftiert. Viele werden dort unter dem Protest aus aller Welt bereits seit mehr drei Jahren ohne Anklage festgehalten. (APA/dpa)

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    Derzeit sind im US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba etwa 500 Inhaftierte.

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