Vorsprung von CDU/CSU und FDP geht zurück

24. Juli 2005, 17:27
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Umfragen sehen Verluste für CDU/CSU oder FDP - Linkspartei legt zu - Schröder wieder vor Merkel en

Frankfurt/Main- Die deutsche Bundestagswahl verspricht doch noch einmal spannend zu werden. Knapp zwei Monate vor dem Wahltermin am 18. September haben am Freitag drei unterschiedliche Umfragen ergeben, dass der Vorsprung von CDU/CSU und FDP deutlich schmilzt. ´

Bei Infratest Dimap lag Schwarz-Gelb sogar erstmals seit Beginn der Neuwahldiskussion unter 50 Prozent. Aber auch die Forschungsgruppe Wahlen und das Emnid-Institut sahen Verluste für das Lager von Kanzlerkandidatin Angela Merkel. Weiter deutlich auf dem Vormarsch ist nach allen Umfragen die Linkspartei mit bis zu zwölf Prozent.

Laut Infratest Dimap blieb die Union gegenüber der letzten Erhebung unverändert bei 42 Prozent, während die FDP von acht auf sieben Prozent zurückging. Mit 49 zu 48 Prozent sank damit der Vorsprung von Schwarz-Gelb vor SPD, Grünen und Linkspartei auf ein Minimum zusammen. Nach der am späten Donnerstagabend von den ARD-Tagesthemen veröffentlichten Befragung von 1.000 Bundesbürgern käme die SPD auf 27 Prozent, wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Grünen blieben ebenfalls unverändert zur letzten Befragung bei neun Prozent. Die Linkspartei legte von elf auf zwölf Prozent zu.

Im ZDF-Politbarometer steigerte sich das mit dem PDS-Politiker Gregor Gysi und Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine als Spitzenkandidaten in den Wahlkampf ziehende Bündnis von acht auf zehn Prozent. Die Forschungsgruppe Wahlen, die 1.300 Deutsche befragte, errechnete für die Unionsparteien einen Rückgang von 44 auf 43 Prozent, während die FDP bei sieben Prozent blieb.

Damit hätte Schwarz-Gelb im Gegensatz zur ARD-Umfrage doch noch genau 50 Prozent. Den Zahlen der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zufolge sank die SPD von 27 auf 26 Prozent, während sich die Grünen von neun auf zehn Prozent verbesserten.

Zu einem ähnlichen Umfrageergebnis kam auch das Emnid-Institut für den Privatsender N24. Danach sanken CDU/CSU im Monatsvergleich von 45 auf 43 Prozent. Für die SPD ermittelte das Institut 27 Prozent, für die Grünen acht, die FDP sieben und die Linkspartei zwölf Prozent.

Mit dem Erstarken des Linksbündnisses und den Verlusten von Schwarz-Gelb wächst die Wahrscheinlichkeit einer großen Koalition. Diese scheint die einzige Möglichkeit, falls es für CDU/CSU und FDP doch nicht reichen sollte, denn eine Koalition mit der Linkspartei haben sowohl SPD als auch Grüne ausgeschlossen.

Laut ARD verbesserte sich das Linksbündnis in Westdeutschland von sieben auf acht und im Osten sogar von 31 auf 32 Prozent. Im Saarland, der Heimat von WASG-Neumitglied Lafontaine, liegt die Linkspartei bei 20 Prozent. Das ZDF-Politbarometer sieht das Bündnis aus PDS und Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit im Osten mit 34 Prozent vor der CDU (33 Prozent). Dabei werfen bundesweit 66 Prozent der Linkspartei populistische Forderungen ohne reelle Lösungsmöglichkeiten vor.

Bei der Frage nach der Kanzlerpräferenz liegt Amtsinhaber Gerhard Schröder laut Politbarometer mit 46 Prozent (plus zwei) wieder vor seiner Herausforderin Angela Merkel mit 42 Prozent (minus vier). Die Liste der wichtigsten Politiker führt weiter der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) an vor Außenminister Joschka Fischer von den Grünen, gefolgt von Merkel, Schröder und CSU-Chef Edmund Stoiber. (APA/AP)

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