Mordversuch in Grazer Japan-Restaurant: Schwager gesteht

25. Juli 2005, 16:17
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Bruder von Besitzerin wollte wegen Ehestreitigkeiten vermitteln - Mit Küchenbeil attackiert

Graz - Ein Vermittlungsversuch wegen Ehestreitigkeiten hat in der Nacht auf Freitag in einem Japan-Restaurant in Graz für den Bruder der Lokalbesitzerin mit einem Mordversuch geendet. Laut Exekutive wurde der 36-jährige Chinese während einer Aussprache von seinem Schwager mit einem Küchenbeil attackiert. Als das Opfer anbot, bei Beendigung des Ehestreits keine Anzeige zu erstatten, erfanden die drei Chinesen eine Unfallversion.

Den behandelnden Ärzten kam jedoch die Aussage, der Verletzte sei "mehrmals ausgerutscht und jedes Mal auf ein Messer gefallen", mehr als unglaubwürdig vor und sie verständigten die Polizei. Nach längerem Verhör gestand schließlich zuerst die Frau die Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern und danach auch der Ehemann die Attacke mit dem Küchenbeil. Das Opfer blieb vorerst bei der Unfallversion, wird laut Exekutive aber vermutlich die Angaben bestätigen. Der Tatverdächtige wurde festgenommen.

Mit Küchenbeil attackiert

Der 36 Jahre alte Bruder der Lokalbesitzerin, ein gelernter Koch, war am Donnerstag gegen 23.00 Uhr in das japanische Lokal in der Grazer Kärntnerstraße gekommen und hatte seinen Schwager zu einer Aussprache gebeten, da es zwischen den Eheleuten schon länger Schwierigkeiten gab. Im Laufe der Diskussion wurden die beiden Männer handgreiflich und der Schwager schlug plötzlich mit einem Küchenbeil auf den 36-Jährigen Chinesen ein, berichtete der ermittelnden Beamte, Peter Neubauer, von der Grazer Polizei.

Als die Frau schließlich dazwischen ging, hatte der Bruder bereits zwei Hiebe abbekommen. Er wurde an der Stirn und der linken Seite des Rückens von dem Beil getroffen, so Neubauer. Die Verletzungen seien aber nicht lebensgefährlich gewesen, wie zunächst angenommen wurde.

Einvernahme

Gemeinsam brachten die Lokalbetreiber den Verletzten ins UKH Graz. Auf der Fahrt dort hin soll das Opfer seinen Verwandten angeboten haben, keine Anzeige zu erstatten, wenn sie ihren Ehestreit beilegen. Als sich die Eheleute einverstanden erklärten, vereinbarten sie die Version von dem Unfall. Im Zuge der Einvernahme kam schließlich die Wahrheit ans Licht.

Wenn sich die Angaben der Beteiligten decken, wird die Schwester des Mordopfers noch am Freitag auf freien Fuß gesetzt werden. Ihr Ehemann bleibt in Haft. Über die Anklage - versuchter Mord oder vorsätzlich schwere Körperverletzung - wird die Staatsanwaltschaft Graz entscheiden. (APA)

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